Gesundheit

Auslöser für infektiöses Asthma entdeckt

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Kettenreaktion durch Erkältungsviren. Forscher hoffen auf neue Therapie

Forscher haben einen Mechanismus entdeckt, mit dem gewöhnliche Erkältungen Asthmaschübe auslösen. Das britische Team zeigte in Versuchen, dass weit verbreitete Rhinoviren in Lungenzellen die Produktion des Signalstoffes Interleukin-25 (IL-25) ankurbeln. Damit lösen sie eine ähnliche Signalkaskade aus wie bei einer allergischen Reaktion. Wirkstoffe, die IL-25 blockieren, könnten solche Asthmaanfälle verhindern, schreiben die Wissenschaftler um Janine Beale vom Imperial College London im Fachblatt „Science Translational Medicine“.

Weltweit haben nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 235 Millionen Menschen Asthma. Bei Kindern ist dies die häufigste nicht ansteckende Erkrankung. Bei nicht allergischem Asthma werden Schübe oft durch virale Infektionen der Atemwege ausgelöst – überwiegend von Rhinoviren. Während diese Erreger bei gesunden Menschen gewöhnlich eher harmlose Erkältungen hervorrufen, können die Infektionen bei Asthmatikern eine lebensbedrohliche Atemnot auslösen – ähnlich der Reaktion des Immunsystems bei Allergien. Bislang verabreichen Ärzte gegen solche Schübe Entzündungshemmer oder Medikamente zum Weiten der Bronchien.

Die britischen Forscher untersuchten nun die Rolle des Botenstoffes IL-25, der an allergischen Reaktionen beteiligt ist. Dazu infizierten sie zunächst im Labor Zellen des Lungenepithels von Asthmapatienten und von gesunden Menschen mit Rhinoviren. Daraufhin produzierten die Zellen der Asthmatiker etwa zehnmal mehr IL-25 als die der gesunden Teilnehmer. Versuche mit Menschen, die mit Rhinoviren infiziert wurden, bestätigten dies: Im Nasenschleim der Asthmatiker fanden die Wissenschaftler ebenfalls mehr IL-25.

Studien an Mäusen zeigten, dass die Bildung von IL-25 mit der Produktion anderer Signalstoffe einhergeht, die Entzündungen begünstigen. Blockierten die Forscher IL-25 mit einem Antikörper, wurden weniger solche Stoffe gebildet. „Unsere Studie zeigt zum ersten Mal, dass die Zellen, die die Luftwege von Asthmatikern auskleiden, anfälliger dafür sind, das kleine Molekül IL-25 zu bilden, das dann anscheinend eine Kettenreaktion auslöst, die zu Anfällen führt“, wird Nathan Bartlett, einer der Studienleiter, in einer Mitteilung des College zitiert. „Wenn wir auf das Molekül am Beginn dieser Kaskade abzielen, können wir vielleicht eine viel benötigte Therapie entdecken, um diese potenziell lebensbedrohliche Reaktion zu kontrollieren.“