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Klima: Neue Zahlen: Keine Pause bei der Erderwärmung ++ Rohstoffe: Berliner Experten: Element Antimon ist und bleibt knapp ++ Ärztefortbildung: Mehr Unabhängigkeit von Pharma-Firmen gefordert

Neue Zahlen: Keine Pause bei der Erderwärmung

Seit 15 Jahren stagniert die Erdtemperatur auf hohem Niveau, die Klimaerwärmung pausiert. Als Grund dafür galten unter anderem besondere Strömungsverhältnisse im Pazifik, die zurzeit einen Teil der Wärme in tiefe Meeresschichten verfrachten. Doch die vermeintliche Pause gibt es gar nicht, berichten jetzt britische und kanadische Forscher um Kevin Cowtan von der Universität York im „Quarterly Journal of the Royal Meteorological Society“. Es gebe erhebliche Lücken im Temperaturmessnetz der Arktis. Das habe dazu geführt, dass die dortige Erwärmung unterschätzt wurde. Den Forschern ist es nun gelungen, diese Lücken mit Messdaten von Erdbeobachtungssatelliten zu füllen. Demzufolge liegt der Erwärmungstrend derzeit nicht wie gedacht bei 0,05 Grad Celsius pro Jahrzehnt, sondern bei 0,12 Grad. Damit liegt die Erwärmung nur noch ein Viertel unter dem langfristigen Aufwärtstrend von 0,16 Grad pro Dekade.

Berliner Experten: Element Antimon ist und bleibt knapp

Das Halbmetall Antimon ist technisch von Bedeutung als Zusatz unter anderem zu Bleibatterien, Bremsbelägen und Katalysatoren. Doch das Element ist selten und nicht in ausreichender Menge verfügbar. Das bleibt auch so. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Deutschen Rohstoffagentur (Dera) in Berlin. Der Antimonmarkt werde auch in den nächsten fünf Jahren angespannt bleiben, es könne zu einem Mangel und zu akuten Preis- und Lieferrisiken kommen, so die Agentur, die Teil der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (Hannover) ist. Die Knappheit des Elements entstehe vor allem, weil 74 Prozent der geförderten Antimon-Mengen aus chinesischen Bergwerken stammen und auch von China beansprucht werden. So komme es zu Wettbewerbsverzerrungen. Die Dera empfiehlt Antimon-verarbeitenden Unternehmen nach Möglichkeit auf „Antimon-freie“ Verfahren auszuweichen.

Mehr Unabhängigkeit von Pharma-Firmen gefordert

60 bis 70 Prozent der Fortbildungen für Ärzte werden von Arzneimittelherstellen (mit)finanziert. Auf diese Form des „Pharmasponsoring“ weist die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) hin, die Fachgesellschaft der Blut- und Krebsmediziner. Kooperationen zwischen Medizinern und Firmen seien wichtig und mangels Alternativen der Finanzierung sei es auch unmöglich, die Unterstützung der Industrie völlig abzulehnen. Doch es bleibe ein Konflikt zwischen ärztlichen und Industrie-Interessen. Deshalb fordert die DGHO neue strenge Regeln für die Transparenz von Fortbildungsveranstaltungen, deren Zertifizierung beispielsweise durch Ärztekammern sowie eine klare Kennzeichnung von Daten, die von Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Die unveränderte Übernahme von wertenden Aussagen etwa zum Nutzen neuer Medikamente solle unzulässig sein.