Gesundheit

Zahl der Infektionen in Krankenhäusern ist stark angestiegen

Krankenhausinfektionen, insbesondere mit multiresistenten Keimen, sind ein wachsendes Problem.

Das zeigt eine aktuelle Studie des Bremer Instituts für Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung und der Krankenkasse hkk. Die Auswertung der Krankenhausabrechnungen von hkk-Versicherten ergab, dass sich der Anteil dieser Infektionen innerhalb von fünf Jahren verdoppelt hat. Während 2007 nur 3,1 Prozent der Versicherten in Kliniken eine Infektion erlitten, waren es 2011 bereits 6,3 Prozent.

Noch stärker stieg die Zahl der Infektionen mit multiresistenten Keimen: von 271 auf 619. Diese Erreger sind besonders tückisch, weil sie gegen gängige Medikamente resistent sind. Bei Kranken mit geschwächtem Immunsystem können sie hartnäckige und bisweilen tödliche Erkrankungen auslösen. MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) ist der bekannteste Vertreter dieser Gruppe. Der Anteil der MRSA-Infektionen stieg von knapp 0,3 Prozent auf gut 0,5 Prozent an.

Insgesamt waren hauptsächlich ältere Patienten von multiresistenten Keimen befallen. Die Ansteckung sorgt für erhebliche Folgekosten durch längere Behandlungszeiten, qualifiziertes Hygienepersonal und Isoliermaßnahmen. Umso erstaunlicher ist es, dass der Anteil von speziellen Folgebehandlungen im gleichen Zeitraum sank statt stieg – von 58 auf rund 42 Prozent. Ähnliches gilt für den Anteil der Komplexbehandlungen bei MRSA-Infektionen. Sie gingen von 73 auf 58 Prozent zurück. Eine Erklärung dafür gibt es derzeit nicht.