Verkehr

Jährlich fünf Millionen Unfallverletzte in Deutschland

Bisher gibt es in Deutschland keine offizielle Statistik für Unfälle – allenfalls solche für einzelne Unfallorte wie Straße oder Arbeitsweg.

Das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) hat nun aber in der Reihe „Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes“ neue Zahlen zu allen nicht tödlichen Unfällen bei Erwachsenen vorgelegt. Sie sollen Hinweise für die Unfallvermeidung geben.

Demnach haben 7,9 Prozent der Erwachsenen in den zwölf Monaten vor der Befragung einen oder mehrere ärztlich versorgte Unfälle erlitten. Hochgerechnet auf die erwachsene Bevölkerung, entspricht das mehr als fünf Millionen Unfallverletzten. Besonders in jüngeren Lebensjahren sind Männer häufiger betroffen als Frauen: Etwa einem Fünftel der 18- bis 29-jährigen Männer ist im Verlauf eines Jahres mindestens ein Unfall zugestoßen. Unfälle zu Hause und in der Freizeit machen rund zwei Drittel aller Unfälle aus. Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil der Heimunfälle am Unfallgeschehen: Beispielsweise passieren 60 Prozent aller Unfälle bei Frauen ab 70 Jahren im Haus oder in der unmittelbaren Umgebung.

Häufigste Ursache sind mit fast einem Drittel Stürze, bei den 60-Jährigen und Älteren betrifft es mehr als die Hälfte. Sturzunfälle haben häufig schwere Folgen: Etwa ein Drittel der Stürze führt zu einem Knochenbruch, jeder vierte Gestürzte muss stationär versorgt werden. Insgesamt endet knapp jeder fünfte Unfall im Krankenhaus. Zudem werden pro Jahr 6,2 Prozent der Erwerbstätigen unfallbedingt krankgeschrieben. Die Fehlzeiten liegen bei fast 30 Tagen.

Grundlage der RKI-Analyse ist eine Erhebung im Rahmen der regelmäßigen telefonischen Befragung „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (Geda). Gut 22.000 Personen wurden befragt, 1781 von ihnen mit einem Unfall wurden „vertieft“ befragt.