Medizin-Forum

Ein gesundes Herz ist kein Zufall

Risiken minimieren: 7. Medizin-Forum der Friede Springer Herz Stiftung

Der eine raucht, isst gern üppig und bewegt sich sparsam nach dem Wahlspruch „Sport ist Selbstmord“ – und wird mit dieser Haltung 90 Jahre alt. Ein anderer lebt maßvoll und gesund – und stirbt trotzdem früh. Jeder kennt solche Beispiele – oder glaubt, sie zu kennen. Es sind Beispiele, die zu belegen scheinen, dass Gesundheit und ein langes Leben Glückssache sind. Beispiele, die es so wunderbar einfach machen, einen ungesunden Lebensstil zu rechtfertigen und beizubehalten. Ist ja doch alles Zufall. Oder es sind die Gene, gegen die man ohnehin nichts ausrichten kann.

Sicherlich gibt es solche Beispiele, man denke etwa an den prominenten Kettenraucher Helmut Schmidt. Aber es sind Einzelfälle. Die Statistiken sprechen eine klare Sprache. Sie belegen vielfach, dass ein gesunder Lebensstil das Risiko für Krebs, Herz-, Kreislauf-, Gefäß- und Stoffwechselerkrankungen dramatisch senkt. Gesundheit ist eben doch keine Glückssache – trotz der nicht zu beeinflussenden Faktoren Genetik und Zufall (der möglicherweise Umstände umfasst, die die Wissenschaft noch nicht kennt).

Der Frage, was man tun kann, um herzgesund zu bleiben, widmet sich das Medizin-Forum der Friede Springer Herz Stiftung am Dienstag, dem 4. Juni, um 18Uhr im Verlagsgebäude der Berliner Morgenpost. Namhafte Berliner Experten werden über den aktuellen Stand der Forschung und der ärztlichen Praxis berichten und im Detail erklären, welche Bedingungen ein gesundes Herz braucht. Anlässlich der Veranstaltung haben Sie überdies die Möglichkeit, an einem Preisrätsel teilzunehmen (siehe oben).

Ein Themenblock der Veranstaltung wird einen Zehn-Punkte-Plan zur Prävention von Herz-Kreislauf-Krankheiten präsentieren. Hier wird es vor allem um Ernährung, Bewegung und regelmäßige Gesundheitschecks gehen. Ein weiterer Themenkomplex befasst sich mit zehn verbreiteten und unter Umständen tödlichen Irrtümern. Fatal kann es beispielsweise sein, Symptome eines Herzinfarktes nicht ernst zu nehmen – nach dem Motto „Mal abwarten, vielleicht geht es ja vorbei“. Ist es tatsächlich ein Infarkt, dann zählt jede Minute, denn mit zunehmender Wartezeit sterben immer größere Bereiche des Herzmuskels ab. Wer also den Verdacht hegt, bei sich oder einem anderen habe sich ein Herzinfarkt ereignet, der sollte nicht beim Rufen des Notarztes zögern.

Mediziner sprechen von der „goldenen Stunde“. Innerhalb von 60 Minuten sind die Aussichten relativ gut, das Blutgerinnsel medikamentös („Lysetherapie“) oder durch eine Herzkatheterbehandlung ohne größere bleibende Schäden zu entfernen. Deshalb gilt: möglichst rasch die 112 wählen und in der Notrufzentrale den Verdacht auf Herzinfarkt äußern. Man sollte den Kranken nicht selbst in die Klinik fahren, sondern vor Ort beobachten und – falls ein lebensgefährliches Kammerflimmern oder ein Herzstillstand auftritt – mit der Herzdruckmassage beginnen. Sie erhält die Blut- und Sauerstoffversorgung des Gehirns aufrecht.

Fatal ist es aber auch, wenn Beschwerden fälschlicherweise erst gar nicht dem Herzen zugeordnet werden. So weiß man heute, dass etwa jeder dritte Infarktpatient gar keine Brustschmerzen hat – die jeder erwarten würde. Also müssen auch zusätzliche mögliche Symptome beachtet werden, etwa Enge- und Druckgefühl im Brustkorb, Schmerzen in Arm, Schulter, Rücken, Bauch, Unterkiefer oder Hals sowie Atemnot, Übelkeit, Erschöpfung oder heftige Angstgefühle. Bei Frauen sind untypische Beschwerden ohne heftige Brustschmerzen deutlich häufiger als bei Männern.

Schließlich soll es im Medizin-Forum auch um die Verbindung zwischen Herzrhythmusstörungen und Schlaganfall gehen. Vorhofflimmern ist besonders bei älteren Menschen häufig. Das ist nicht unmittelbar lebensbedrohlich, birgt jedoch mittelbare Risiken. Denn die ungeordnete Tätigkeit der Herzvorhöfe kann dazu führen, dass sich im Herz Blutgerinnsel bilden. Gelangen diese mit dem Blutfluss ins Gehirn, verstopfen sie dort Gefäße und unterbrechen so die Sauerstoffversorgung eines Hirnareals. Das bedeutet Schlaganfall, ein sogenannter ischämischer Insult. Patienten mit Vorhofflimmern haben deshalb ein stark erhöhtes Risiko für Schlaganfall und müssen diesem medikamentös vorbeugen.

Wie immer wird es beim Medizin-Forum auch einen Block geben, in dem die Experten Fragen aus dem Publikum beantworten. Wenn Sie diese Themen interessieren, füllen Sie den oben stehenden Coupon aus und notieren Sie gern auch schon eine Frage an die Experten.