Lichtverschmutzung

Nationalpark Eifel soll Schutzgebiet für Sterne werden

Hauptstädter kennen das allenfalls aus dem Urlaub oder von Ausflügen ins dünn besiedelte Havelland und die Uckermark: mit bloßem Auge die Milchstraße sehen.

- In Städten wie Berlin macht das die "Lichtverschmutzung" der Siedlungen unmöglich. Der Kölner Astronom Harald Bardenhagen schlägt jetzt vor, den Nationalpark Eifel zu einem "Sternenreservat" zu machen.

Die Internationale Organisation gegen Lichtverschmutzung verleiht diesen Titel seit 2007. Ausgezeichnete Regionen stellen einen Licht-Masterplan auf und sorgen durch Abschirmung, Winkel oder auch Farbspektrum der Leuchtmittel dafür, dass die Lichtverschmutzung reduziert wird. Die Folge: Je dunkler der Himmel, desto prächtiger die Sterne. In Europa gibt es bisher zwei Sternenreservate in Ungarn. Mit dem Westhavelland und der hessischen Rhön liegen die ersten Anträge aus Deutschland vor. Die Nationalparkverwaltung Eifel hat bereits untersucht, ob die Lampen an ihren Gebäuden dem Sternenhimmel schaden. Das Ergebnis steht noch aus. Im Nationalpark selbst gibt es kaum Lichtquellen. Er wäre so als Kernzone geeignet. "Wir haben in Analysen gesehen: In Deutschland gibt es kaum noch Orte, die die Qualität eines fast natürlich dunklen Sternenhimmels haben. Der muss geschützt werden", sagt Andreas Hänel, der Sprecher der Sternenreservat-Initiative in Deutschland.