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Augenlicht retten in Berlin

Augentumoren Eine kleine Anlage zur Protonentherapie steht seit dem Jahr 1998 auch am Helmholtz-Zentrum für Materialien und Energie in Berlin, dem früheren Hahn-Meitner-Institut in Wannsee. Dort werden speziell Patienten mit einer seltenen Form von Augentumor behandelt, mit dem sogenannten Aderhautmelanom. Das Zentrum liefert gewissermaßen die Therapie-Infrastruktur, medizinisch betreut werden die Patienten jedoch von Ärzten der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie der Charité.

Hohe Präzision ist gerade bei Augentumoren wichtig, denn nur Millimeter entfernt liegen wichtige Gewebe und Nerven. So kann jetzt das Augenlicht erhalten bleiben, während früher die Entfernung des ganzen Auges nötig war. In fast 100 Prozent der Fälle gelinge es, den Tumor komplett zu zerstören, so das Helmholtz-Zentrum. Das könne sich allerdings über einige Monate hinziehen.

Vier Sitzungen Die Patienten - weit über 1000 seit dem Jahr 1998 - kommen aus ganz Europa. Die Protonen lassen sich schon per se gut fokussieren. Zudem wird der Behandlungsstuhl sehr fein eingestellt, und der Behandelte beißt auf einen Block, sodass der Kopf fixiert ist - auch bei Wiederholung der Bestrahlung. Zudem erhält er eine Gesichtsmaske zur Kopfstabilisierung. Üblich sind vier Sitzungen innerhalb einer Woche, die Bestrahlung selbst dauert nur je eine Minute und ist schmerzlos, eine Anästhesie ist nicht nötig.

( wom )