Bildung

Deutschland bildet besonders viele Mediziner aus

Mit rund 10 000 Medizinern pro Jahr bildet Deutschland - nach den USA mit rund 19 500 - die meisten Ärztinnen und Ärzte weltweit aus. Auf Platz drei folgt Japan mit annähernd 7500 Absolventen, teilte der Verband Deutsche Hochschulmedizin gestern in Berlin unter Berufung auf Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit.

Bezogen auf die Einwohnerzahl, gehöre die Bundesrepublik ebenfalls zur Spitzengruppe: Mit rund zwölf Absolventen pro 100 000 Einwohner würden in Deutschland doppelt so viele Ärzte wie in den USA oder Japan ausgebildet. "Auch beim Vergleich der Ärztedichte liegt Deutschland mit 3,6 praktizierenden Ärzten pro 1000 Einwohner weit vorne", sagte der Vorsitzende des Verbandes, Dieter Bitter-Suermann. "Der internationale Vergleich zeige, dass die Ärztedichte weitgehend unabhängig von der Zahl der Absolventen des Medizinstudiums sei. Entscheidend seien die Arbeitsbedingungen und Strukturen vor Ort.

"Der ärztliche Nachwuchs stimmt heute mit den Füßen ab", so der Chef des Verbandes, der die Medizinischen Fakultäten und Universitätsklinika Deutschlands vertritt. Die Bürokratie mit den arztfremden Tätigkeiten müsse abgebaut und die Weiterbildung verbessert werden. Bitter-Suermann sprach sich dafür aus, die Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung aufzubrechen.