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Kriminologie: Forscher entschlüsseln, wie Fingerabdrücke altern

Kriminologie

Forscher entschlüsseln, wie Fingerabdrücke altern

Das Wachstum des Menschen erschwert bislang den Abgleich seiner Fingerabdrücke in verschiedenen Lebensphasen. Denn Forscher der Uni Göttingen haben mit dem Bundeskriminalamt (BKA) Gesetzmäßigkeiten des Wachstums bestimmt. Sie untersuchten zunächst, ob Fingerabdrücke in alle Richtungen gleichmäßig wachsen. "Das war nicht von vornherein klar, da menschliche Knochen in der Regel verstärkt in die Länge wachsen, also schmaler werden", sagte der Statistiker Thomas Hotz. Danach bestimmten die Forscher den Faktor, um den ein Finger sich vergrößert. Dabei habe sich gezeigt, dass Fingerabdrücke von Jugendlichen relativ proportional zur Körpergröße wüchsen. Nach Angaben der Universität hatte die Software des BKA bisher Probleme, die Fingerabdrücke eines Menschen im Jugend- und Erwachsenenalter als dieselben zu erkennen.

Geologie

Mineral Krotit aus der Zeit der Planeten-Entstehung

In einem Meteoriten aus Nordwestafrika haben Forscher ein neues Mineral entdeckt. Die Verbindung namens Krotit sei vermutlich eines der ersten Mineralien im jungen Sonnensystem gewesen, schreiben Forscher um Anthony Kampf vom National History Museum in Los Angeles im Journal "American Mineralogist". Das Krotit habe sich vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren gebildet, also aus der Zeit der Planeten-Entstehung. Die Mineralologen erhoffen sich von dem Fund Aufschlüsse über das junge Sonnensystem. Sie waren in einem eiförmigen Einschluss im Meteoriten NWA 1934 auf das Mineral gestoßen. Sie vermuten, dass sich das Krotit im jungen solaren Nebel geformt hat.

Technik

Behinderte sollen Rollstühle mit den Ohren steuern

Forscher wollen mit einer völlig neuen Methode querschnittsgelähmte Menschen mobil machen. Sie sollen einen Rollstuhl künftig mit der Ohrmuskulatur steuern können. Wissenschaftler aus Heidelberg, Karlsruhe und Göttingen entwickeln dazu ein sogenanntes telemetrisches myoelektrisches Ohrmuskelableitsystem. Dabei soll ein kleiner Chip hinter dem Ohr Muskelsignale aufzeichnen und per Funk an einen Empfänger übertragen, der den Rollstuhl steuert.

Biologie

Muschelkrebs-Art auf Berliner Friedhof entdeckt

Auf Friedhöfen im Leipziger Raum und auch auf dem St.-Petri-Friedhof in Berlin-Friedrichshain ist eine neue Art des Muschelkrebses entdeckt worden. Geologe Roland Fuhrmann hatte den Krebs bereits 1980 in Wasserbecken der Friedhöfe nachgewiesen. Bevor das Tier als neue Art anerkannt werden konnte, musste jedoch bewiesen werden, dass es nicht anderswo früher entdeckt wurde. In der Fachzeitschrift "Mauritiana" wurde die neue Art jetzt erstmals beschrieben. Muschelkrebse sind meist 0,5 bis 2,0 Millimeter groß und leben nur wenige Monate zwischen Frühjahr und Herbst.