Medizin

Tausende könnten Probleme mit neuer Hüfte bekommen

Auf rund 5 500 Patienten in Deutschland könnten Probleme mit ihrer künstlichen Hüfte zukommen. Wie der "Spiegel" meldete, tragen sie Prothesen der Firma De Puy, die das Unternehmen im September 2010 wegen mangelnder Haltbarkeit vom Markt genommen habe.

Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) erwägt nun Konsequenzen. Die Sicherheit der Patienten habe Priorität, erklärte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums. Das Ministerium fühle sich daher "in seiner Auffassung bestärkt, die Verfahren der Einführung von Medizinprodukten zu hinterfragen."

Laut "Spiegel" hat der Berliner Anwalt Jörg Heynemann im Namen mehrerer Patienten Strafanzeige gegen den Hersteller De Puy gestellt, einer Tochter von Johnson & Johnson. Betroffen sein könnten bis zu 5 500 Menschen. Möglicherweise müssen sie sich erneut operieren lassen, weil die Prothesen vorzeitig kaputt gingen. Die Firma habe das künstliche Hüftgelenk vom Markt genommen, nachdem in anderen Ländern ungewöhnlich viele Patienten Beschwerden gehabt hätten. Bei De Puy war am Wochenende zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

In Deutschland wüssten viele Patienten noch nichts von drohenden Problemen, weil es kein zentrales Prothesenregister gebe, meldete das Magazin weiter. Die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) wolle nun einen neuen Vorstoß für ein solches Register machen. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung forderte grundsätzliche Änderungen. "Es ist kaum zu glauben, aber in Deutschland gibt es für solche Medizinprodukte kein Zulassungsverfahren, wie es für Arzneimittel selbstverständlich ist", kritisierte Verbandssprecher Florian Lanz.