Medizin

Gebraucht werden 750 Liter Blut täglich

Auf den ersten Blick sieht das neue Potsdamer Institut für Transfusionsmedizin des DRK Blutspendedienstes Ost aus wie eine Wellness-Oase: Die Polster der Liegen sind weich, über den TV-Flachbildschirm flimmern Nachrichten aus aller Welt, es gibt Schokolade und Getränke. Und im "Premiumbereich" bekommt der Gast sogar ein iPad zum Surfen, E-Mailing oder Entertainment in die Hand.

Das Blutspendezentrum wird heute auf dem Campus des Klinikums Ernst von Bergmann eröffnet. Gefeiert wird das eine ganze Woche lang mit verschiedenen Veranstaltungen wie einem Afterwork-Dinner mit DRK-Cocktail, einem Blutspende-Wettbewerb Potsdamer Politiker und einem Gesundheitsmarkt.

Das Institut für Transfusionsmedizin ist nach den Worten von DRK-Sprecherin Kerstin Schweiger "eines der modernsten Blutspendezentren bundesweit". Neben Blut- und Plasmaspenden sind auch Erythrozyt- und Thrombozytspenden möglich. Letzteres sind Blutplättchen, die bei der Behandlung von Patienten mit der Bluterkrankheit benötigt werden. Da Thrombozyten nur wenige Tage haltbar sind, werden sie noch während der Blutspende herausgefiltert. Auch Blutzellen, die bei der Transplantation bei Leukämie-Kranken verwendet werden, können künftig in Potsdam gespendet werden.

"Für die enge Kooperation mit dem Klinikum ist jetzt eine Zusammenarbeit auf ganz kurzem Weg möglich", beschreibt Schweiger einen weiteren Vorzug des neuen Hauses. 25 Liegen stehen den Blutspendern zur Verfügung - sechs mehr als am bisherigen Standort in der Behlertstraße. Diese liegt zwar in direkter Nachbarschaft des neuen Instituts, doch war der Umzug "sehr aufregend und anstrengend", sagt Krankenschwester Evelyn Hawelky. Seit 27 Jahren arbeitet sie im Blutspendedienst, davon lange Zeit in Potsdam. Eine lange Unterbrechung des lebensrettenden Aderlasses kann sich der DRK-Blutspendedienst Ost nicht leisten. In dessen medizinischem Versorgungsbereich, wozu Berlin, Brandenburg und Sachsen gehören, werden täglich 1500 Blutspenden mit 750 Liter Blut benötigt. "Es ist unser Auftrag, diesen Bedarf zu decken", sagt DRK-Sprecherin Schweiger. Bereits ein Wintertag mit schwierigen Verkehrsverhältnissen, die die Mobilität von Spendern einschränken, habe Folgen für den Bestand an Blutreserven. "Auch ein heißer Sommertag macht sich bemerkbar", sagt Schweiger.

Im Land Brandenburg stellt der DRK-Blutspendedienst Blutpräparate für 50 Kliniken zur Verfügung. Dafür halten jährlich 100 000 Berliner und Brandenburger für insgesamt 160 000 Vollblutspenden ihren Arm hin. In Potsdam wird den Spendern das Blutspenden künftig so leicht und angenehm wie möglich gemacht.

"Zentrale Lage, ab August eine Bushaltestelle direkt vor der Tür, kostenloses Parken im neuen Parkhaus nebenan - der Servicecharakter wird ganz groß geschrieben", versichert Schweiger. Und mit etwas Glück ist gerade eine der sechs Liegen frei, auf der sich Spender mit einem iPad ablenken können. Darauf fest installiert: der Blutspende-App des Roten Kreuzes. Der informiert ganz schnell über den nächstmöglichen Termin zur Blutspende.