Umwelt

Forscher warnt vor Staudamm-Bauten am Mekong

Die Länder China, Kambodscha und Laos wollen am Mekong bis zu 20 neue Staudämme bauen. An dem 4800 Kilometer langen Flusssystem spiele sich ein von Menschen verursachtes Drama ab, das die Umwelt und die Existenz von 60 Millionen Menschen bedrohe, schreibt der Südostasien-Experte Richard P. Cronin im Journal "Welt-Sichten".

Laos will nach seinen Worten mit zehn Staudämmen am Hauptstrom und Hunderten von Dämmen an den Nebenflüssen "das Energiezentrum Südostasiens" werden. Auch China und Kambodscha planten, die Wasserkraft des Flusses verstärkt zu nutzen. "Das Mekong-Becken, das in der Vergangenheit von Kriegen verwüstet wurde, ist jetzt durch unaufhaltsames Wirtschaftswachstum und Globalisierung gefährdet", betonte Cronin vom Stimson Center in Washington.

Der Wissenschaftler befürchtet Einkommensverluste und eine schlechtere Ernährungssicherheit der Menschen, die am Mekong leben. Laut Cronin geht von den acht in China geplanten Mekong-Talsperren die größte Gefahr aus: Sie würden den Schlamm zurückhalten, der die Fruchtbarkeit der Böden verbessere und den Fluss vor Meerwasser schütze. "Die neuen Dämme würden der weltweit produktivsten Binnenfischerei und einem großen Teil der globalen Reisversorgung den Todesstoß versetzen", schrieb der Forscher. Durch die Staudämme in Laos verlieren nach seiner Schätzung mehr als 200 000 Menschen ihr Einkommen aus Fischfang und Landwirtschaft. Doch die Bauträger und Investoren weigern sich laut Cronin, langfristige Kosten zu übernehmen. Die Bauvorhaben seien für sie nicht rentabel, wenn sie für Umweltschäden, entgangene Einkommen und Umsiedlungen zahlen müssten.

( epd )