Seit 20 Jahren gegen Ufos und Wünschelruten

Dubiose Esoteriker gebe es genug, sagt Martin Mahner. Und Menschen, die auf solche Scharlatane hereinfallen auch.

Essen - Dubiose Esoteriker gebe es genug, sagt Martin Mahner. Und Menschen, die auf solche Scharlatane hereinfallen auch. Deshalb sei es so wichtig, eine Art "Stiftung Warentest" für Wünschelrutengänger, Wahrsager und Ufologen zu etablieren, findet der Naturwissenschaftler. Gemeinsam mit 100 anderen Mitgliedern der "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften" (GWUP) diskutiert er regelmäßig, wie scheinbar übernatürliche Phänomene entlarvt werden können.

Im Moment haben die "Skeptiker", wie sie sich selbst nennen, vor allem alternative Mediziner auf dem Kieker. "Das ist alles reiner Aberglaube", sagt Mahner. "Homöopathie funktioniert nur, wenn man fest daran glaubt." Um das zu beweisen, werde die Gesellschaft eine Reihe von Studien auswerten. Auf diese Weise habe die Gesellschaft schon ganz andere Scharlatane enttarnt, betont der Skeptiker.

Gerne erinnert sich Mahner an die Wünschelrutengänger, die im Auftrag der "Skeptiker" nach unterirdischen Wasseradern und besonderen Steinen suchen sollten. Ergebnis: "Die Trefferquote folgte dem reinen Zufallsprinzip." Aber irgendwie scheint Mahner auch ein bißchen Mitleid mit seinen Probanden zu haben: "Die Leute haben wirklich an ihre Fähigkeiten geglaubt. Das sind teilweise tragische Figuren."

Deutlich härter gehen die "Skeptiker" mit Astrologen und Kartenlegern ins Gericht. Scharlatane seien das, schimpft der Wahrsage-Experte der "Skeptiker", Wolfgang Hund. "Kein Wahrsager kann mir erzählen, daß er an seine eigenen übersinnlichen Kräfte glaubt." Es sei unverantwortlich, was manche Hellseher leichtgläubigen Menschen einredeten. "Wer schlimme Krankheiten vorhersagt, kann seinen Kunden das Leben zur Hölle machen", betont Hund. Dabei sei es so einfach, Astrologen zu überführen. Ein regelmäßiger Blick ins Horoskop und ein Abgleich mit der Wirklichkeit seien das Ende fast jeder Vorhersage.

Seit fast 20 Jahren versucht die GWUP nun, dubiosen Esoterikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Manchmal treibe einen das zur Verzweiflung, gibt "Skeptiker" Bernd Hader zu. "Esoterik ist ein Spiel mit den diffusen Ängsten der Menschen". Die Faszination, die solche überirdischen Phänomene auf viele Menschen ausübten, könne man kaum zerstören. Manchmal verschwindet eine Strömung eine Zeit lang, dann taucht sie plötzlich wieder auf. "Es ist ein ständiges Auf und Ab", sagt auch Martin Mahner. Um Ufologen zum Beispiel sei es im Moment ruhig geworden. "Es gibt immer Modeströmungen, und Ufos sind eben gerade ein wenig out." dpa