Wenn Schmetterlinge Tornados auslösen

Wenn ein Schmetterling in Griechenland mit den Flügeln schlägt, kann das in Florida einen Tornado auslösen: In einem sehr oberflächlichen Sinn ist diese Aussage der Chaostheorie wahr - denn "irgendwie" hängt bekanntlich ja alles mit allem zusammen.

Und sein Flügelschlag steht in der Chaostheorie dafür, daß selbst winzigste Änderungen in den Anfangsbedingungen eines Prozesses mitunter gewaltige Auswirkungen auf das Ergebnis haben können. Gerade auch Wettervorhersagen sind unter anderem so schwierig. Ein gutes Beispiel ist auch das Billardspiel. Kleinste Variationen des Abstoßwinkels führen dort zu großen Unterschieden für die Endposition der Kugel.

Die Konsequenzen dieser Feststellung sind eher philosophischer als praktischer Natur. Da wir den Anfangszustand eines Systems immer nur bis auf einen unvermeidbaren Fehler kennen, werden wir auch nie wirklich bemerkenswerte Erfolge beim Blick in die Zukunft haben.

Im 19. Jahrhundert war der französische Mathematiker und Astronom Pierre Simon Laplace in diesem Punkt noch sehr viel zuversichtlicher. Er sah die Welt als Maschine und wollte aus dem jetzigen Zustand alle vergangenen und zukünftigen Ereignisse berechnen. Doch nach dem heutigen Verständnis der Welt im Kleinen ist die exakte Messung einer Größe immer mit einer unbeeinflußbaren und letztlich zufälligen Veränderung einer anderen Größe verbunden. Es herrscht eine überaus sensible Abhängigkeit vom Anfangszustand.