Forschung

Roboter sollen Amundsen aufspüren

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Auf einem Flug zur Rettung havarierter Arktisforscher fand der Norweger Roald Amundsen im Juni 1928 selbst den Tod im Eis des Nordpolarmeers. Er verschwand nahezu spurlos irgendwo zwischen der nordnorwegischen Küste und Spitzbergen und wurde bis heute nicht gefunden. Lediglich einen Schwimmer des benutzten Wasserflugzeugs zog 1930 ein Fischer aus dem Meer.

- Was damals geschah, wo Amundsen abstürzte, soll jetzt mit einer Suchexpedition geklärt werden, wie die norwegische Marine in Bergen mitteilte.

Im August dieses Jahres, 81 Jahre nach dem Verschwinden des Polarforschers, werden das Marineschiff "KNM Tyr" und die "KV Harstad" von der Küstenwache in der Barentsee nach dem Verschollenen suchen. Bereits 2004 war eine Suche nordwestlich der Bäreninsel gestartet worden. Die Bäreninsel liegt etwa auf halbem Weg zwischen Norwegen und Spitzbergen, dem Ziel von Amundsen. Die Aktion musste aber wegen anhaltend schlechten Wetters abgebrochen werden.

Für den Sommer hoffen die Verantwortlichen auf günstigere Bedingungen. Die beiden Schiffe werden dem Kurs jenes Fischers folgen, der zwei Jahre nach dem Unglück den Schwimmer fand. Robotern dienen dabei als Werkzeug.

Eines der Geräte heißt "Hugin 1000" und ist ein autonomes Unterwasserfahrzeug. Hugin hat die Form eines etwas zu dick geratenen Torpedos und bewegt sich selbstständig im Wasser. Während der Fahrt tastet das Gerät den Meeresboden unter sich mithilfe von Ultraschall ab. Wenn Hugin Auffälligkeiten findet, kommt ein ferngesteuerter Tauchroboter mit vier hochauflösenden Kameras zum Einsatz. Beide Tauchsysteme wurden ursprünglich entwickelt, um sehr kleine Minen im Wasser aufzuspüren. Ein komplettes Flugzeugwrack sollte ihnen nicht entgehen.

Dennoch gibt es keine Erfolgsgarantie; das Areal, in dem Roald Amundsen verschollen ist, hat eine gewaltige Ausdehnung. Vielleicht ergeht es ihm wie seinem großen Idol, dem Briten Sir John Franklin, dessen Bücher Amundsen schon als Junge verschlang und die in ihm das Bedürfnis weckten, Polarforscher zu werden. Franklin kam 1847 auf der Suche nach der Nordwestpassage ums Leben, jener Wasserstraße vom Atlantik durch die kanadische Inselwelt zum Pazifik. Auch von Franklin wurden bis heute nur wenige Spuren gefunden.

Statt Franklin fand Amundsen die Nordwestpassage. Er wurde einer der berühmtesten Polarforscher und gewann 1911 den Wettlauf zum Südpol gegen den Briten Robert Scott gewann. 1926 überflog Amundsen mit dem Italiener Umberto Nobile im Luftschiff den Nordpol. Zwischen beiden entzündete sich ein Streit, ob der Ruhm der Polüberquerung Norwegen oder Italien zukomme. Nobile verunglückte nach einer zweiten Überquerung 1928 bei der Landung auf Spitzbergen. Trotz des Zerwürfnisses beteiligte Amundsen sich an den Rettungsversuchen und kam selbst dabei um.

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( rhl )