Forschung

Langzeitstudie über das deutsche Familienleben

Mit einer großen Langzeitstudie zu Partnerschaften und Familienleben wollen Soziologen erstmals verlässliche Daten über das Beziehungsleben der Deutschen sammeln.

- 14 Jahre lang werden bundesweit etwa 12 000 Menschen befragt. "Es gibt verschiedene Trends, die erklärungsbedürftig sind", sagte Josef Brüderl vom Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung. "Durch die langfristige und wiederholte Befragung werden wir Ursache und Wirkung unterscheiden können."

Im Mittelpunkt der Befragung stehen laut Brüderl die Bereiche Partnerschaft, Trennung und Scheidung, Geburten und die Beziehung zur älteren Generation. "Es gibt beispielsweise beim Thema Partnerschaft inzwischen verschiedenste Trends - die sind erklärungsbedürftig", sagte der Forscher. Ähnlich sieht es beim Thema Kinder aus. Verschiedene Teile der Befragung befassen sich deshalb damit, was Hindernisse für Geburten sind.

Interviewt werden die Altersgruppen 15 bis 17, 25 bis 27 und 35 bis 37 Jahre, die nach dem Zufallsprinzip aus 350 Gemeinden in Deutschland ausgewählt wurden. "Am spannendsten sind natürlich die Jüngsten, weil sich bei ihnen am besten skizzieren lässt, warum sie sich etwa für oder gegen Familie entscheiden. So lange können wir aber nicht warten", so der Forscher. Um dennoch zeitnah erste Ergebnisse zu erhalten, seien die älteren Altersgruppen ausgewählt worden.

Anfang 2009 soll die Befragung abgeschlossen sein, Ende 2009 sollen erste Ergebnisse vorliegen, kündigte Brüderl an.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert die Studie namens Pairfam (Panel Analysis of Intimate Relationships and Family Dynamics) mit rund sechs Millionen Euro in den ersten Jahren.