Medizin

Komplikationen beim Piercing müssen Ärzte jetzt melden

Ärzte und Krankenhäuser müssen seit 1. Juli Komplikationen bei nicht medizinisch notwendigen Operationen, wie Tätowierungen, Schönheitsoperationen und das Einsetzen von Piercings, den Krankenkassen melden.

- Ziel ist es, die Patienten im Nachhinein zur Kasse zu bitten. Eine Eigenbeteiligung an den Folgekosten wurde schon mit der Gesundheitsreform 2007 eingeführt. Weil den Kassen die nötigen Informationen fehlten, legte der Gesetzgeber die ärztliche Meldepflicht nach. Ärzte und Patientenverbände hatten sie allerdings von Anfang an als Angriff auf die ärztliche Schweigepflicht kritisiert.

Doch nach einer Woche Meldepflicht stellt die Techniker Krankenkasse fest: Der Rücklauf ist extrem gering. Die TK betont, bei den genannten Eingriffen könnten Blutgefäße oder Nerven verletzt werden oder allergische Reaktionen auftreten. Selbst Todesfälle seien nicht ausgeschlossen. Jährlich werden in Deutschland allein 470 000 Schönheitsoperationen vorgenommen. Bei rund 5000 davon gibt es Komplikationen, hinzukommen Tattoos und Piercings.