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Bibliothek für unterwegs

Sie sind vor allem im Urlaub sinnvoll und bieten viel Lesekomfort: E-Book-Reader im Vergleich

Es ist nicht nur eine Frage des Gewichts, ob man auch den vierten Roman in den Urlaubskoffer packt. Der Wälzer mit 800 Seiten nimmt schließlich Platz weg. Die Alternative sind E-Book-Reader, schlanke Lesecomputer, die Hunderte von Büchern speichern können. Modelle gibt es inzwischen einige auf dem Markt. Welches ist das richtige?

Auf den ersten Blick gibt es zwischen den Readern kaum Unterschiede. Die meisten Geräte wiegen um die 200 Gramm, sind etwa einen Zentimeter dick und haben meist einen 6-Zoll-Bildschirm. Die Preise liegen zwischen 50 und 200 Euro. Ihr Vorteil gegenüber Tablet und Smartphone: der Lesekomfort. Das Display ist zwar keine Buchseite, die Optik kommt dem aber ziemlich nah. „Man kann Texte auf E-Readern inzwischen genauso gut lesen wie auf Buchseiten“, sagt Timm Lutter vom IT-Verband Bitkom. Die Zauberformel dafür heißt E-Paper- oder E-Ink-Technologie. Anders als bei LCD-Bildschirmen ermüden die Augen hier nicht so schnell. Denn der Kontrast auf dem Display ist höher als bei LCD-Bildschirmen, wie sie in Smartphones zum Einsatz kommen. Manche Modelle sind sogar wasserfest.

Vor dem Gerätekauf lautet die entscheidende Frage: Für oder gegen Amazon? „Amazon ist ein ,walled garden‘“, erklärt Ronald Schild, Geschäftsleiter beim Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels (MVB). „Er ist sehr schön, aber man kommt nicht mehr heraus.“ Im Klartext heißt das: Wer einen E-Book-Reader bei Amazon kauft, kann auch nur im Amazon-Shop Bücher einkaufen. Inhalte von anderen Anbietern kann ein Kindle-Reader, Amazons Hausmarke, nicht lesen. Auch bei der Onleihe, der Bibliotheksausleihe für E-Books, fällt der Kindle aus. Der Grund dafür liegt im Kopierschutz. Amazon verwendet ein anderes DRM-System als der zweite große Anbieter auf dem E-Book-Markt, das Tolino-Konsortium aus Thalia, Weltbild, Hugendubel, Bertelsmann und Deutscher Telekom. Reader wie Tolino, Kobo oder Pocketbook können Bücher aus deren Online-Shops lesen – der Kindle nicht. Hat man die Anbieterfrage einmal geklärt, kommen die technischen Feinheiten. Den Preis bestimmen hier Auflösung, Kontrast und Reaktionszeiten des Displays. „Speicherplatz spielt im Gegensatz zu Laptops oder Tablets eine untergeordnete Rolle“, sagt Bitkom-Experte Timm Lutter. Hilfreich ist eine Internetverbindung.

Ansonsten gilt: ausprobieren. Wie liegt das Gerät in der Hand, kann man bequem umblättern? „Das Handling sollte man nicht unterschätzen“, sagt Ronald Schild vom MVB. Hat man den Reader einmal erworben, kann man danach oft sparen. „Es gibt eine Reihe von kostenlosen E-Books, vor allem Klassiker“, erklärt Lutter.