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Straße: Deutsche kaufen vermehrt Autos mit viel PS ++ Schiene: Deutsche Bahn will Konzernvorstand verkleinern ++ Energie: RWE-Konzern räumt die Unternehmensstruktur auf ++ Milchquote: Deutsche Bauern müssen Millionenstrafe zahlen

Deutsche kaufen vermehrt Autos mit viel PS

Der relativ günstige Spritpreis weckt bei den Deutschen die Lust auf PS-stärkere Autos. „Gekauft werden vermehrt Fahrzeuge mit höherer Motorleistung, größere Fahrzeuge – wie die sportlichen Geländewagen –, während alternative Antriebe wie Erd- oder Flüssiggas und Elektroantriebe zu ,Mauerblümchen‘ degenerieren“, heißt es in einer Studie des CAR-Centers der Universität Duisburg-Essen. Mittlerweile betrage die durchschnittliche Motorstärke von Neuwagen in Deutschland 143 PS – ein Rekordwert. Zudem setzten sich schwere Geländewagen (SUV) stärker durch. 2015 werde erstmals die Zulassungsgrenze von 600.000 SUV erreicht werden. Damit wäre fast jeder fünfte Neuwagen ein sportlicher Geländewagen“, heißt es in der Studie. Dagegen wurden in den ersten vier Monaten 2015 nur 6234 Elektroautos zugelassen, meldet der Verband der Automobilindustrie (VDA).

Deutsche Bahn will Konzernvorstand verkleinern

Der Vorstand der Deutschen Bahn soll offenbar um mindestens zwei Mitglieder verkleinert werden. Konzernchef Rüdiger Grube wolle dies bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz Ende Juli verkünden, schrieb das Magazin „Focus“ und berief sich auf das Umfeld des Aufsichtsrats. Verkehrsvorstand Ulrich Homburg und Güterchef Karl-Friedrich Rausch sollen demnach ausscheiden. Volker Kefer solle als neuer „Super-Vorstand“ die Bereiche Fern-, Nah- und Güterverkehr sowie die Logistik übernehmen, hieß es. Der ehemalige Kanzleramtschef Ronald Pofalla werde zudem Anfang 2015 Vorstandsmitglied.

RWE-Konzern räumt die Unternehmensstruktur auf

RWE, Deutschlands zweitgrößter Versorger, will sich mit einem groß angelegten Konzernumbau gegen wegbrechende Gewinne infolge der Energiewende stemmen. Die Essener erwägen nach Informationen der „Rheinischen Post“, Töchter zusammenzulegen oder mit dem Mutterkonzern zu verschmelzen. Anders als der Rivale Eon, der seine konventionelle Erzeugung vom Ökostromgeschäft abspaltet, hält RWE bisher an den alten Geschäftsstrukturen fest, will die Verwaltung aber drastisch verschlanken.

Deutsche Bauern müssen Millionenstrafe zahlen

Das letzte Jahr der Milchquote kommt die deutschen Bauern teuer zu stehen. Weil sie 1,11 Millionen Tonnen zu viel Milch geliefert hätten, seien Strafen von 309 Millionen Euro angefallen, berichtete die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf das Bundeslandwirtschaftsministerium. Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) forderte, das Geld in einen EU-Topf fließen zu lassen, aus dem Bauern, die jetzt freiwillig die Milchmenge verringerten, Ausgleichszahlungen erhalten sollten. Der Milchpreis ist wegen hohen Angebots derzeit sehr niedrig. Die Milchquoten waren 1984 eingeführt worden, um die Überproduktion von Milchprodukten zu begrenzen. Das System endete im März.