Absage

Kabinenbegleiter bei Lufthansa streiken wohl doch nicht

Bei der Lufthansa könnte der für Mittwoch angedrohte Streik der Flugbegleiter noch abgesagt werden. Die Gewerkschaft Ufo setzt sich kurz vor dem angedrohten Streik mit der Lufthansa wieder an den Verhandlungstisch, wie beide Seiten bestätigten. Ob damit auch der für Mittwoch angedrohte Ausstand des Kabinenpersonals abgesagt ist, blieb zunächst unklar. Ufo-Chef Nicoley Baublies jedenfalls ist zu neuen Tarifverhandlungen mit dem Lufthansa-Vorstand bereit. „Ich bin vorsichtig optimistisch.“ Die Entscheidung werde wohl erst am Dienstagmorgen fallen, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr.

Grundlage sei ein über das Wochenende mit Lufthansa-Experten erarbeiteter Fahrplan, sagte Baublies. Lufthansa habe dem Papier allerdings noch nicht zugestimmt. Einen konkreten Verhandlungstermin gebe es auch noch nicht. Verhandlungen seien aber im jedem Fall der richtige Weg zur Lösung, sagte ein Sprecher.

Die Streit dreht sich vor allem um die Betriebs- und Übergangsrenten für die Flugbegleiter. Die entsprechenden Tarifverträge hat Lufthansa Ende 2013 gekündigt, um die Regeln zu reformieren. Dem Unternehmen zufolge ist das bisherige System wegen der niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten und längeren Rentenzeiten nicht mehr bezahlbar. Eingeführt werden soll deshalb eine Vorsorge, bei der die Mitarbeiter stärker in die Finanzierung eingebunden sind. Konzernchef Carsten Spohr will zudem, dass Flugbegleiter, die bereits mit 55 Jahren in Vorruhestand gehen wollen, künftig weniger Geld erhalten. Die Lufthansa gab voriges Jahr rund 3,7 Milliarden Euro aus, um die Renten der Kabinenmitarbeiter zu finanzieren.

Die Gewerkschaft, die rund 19.000 Lufthansa-Flugbegleiter vertritt, verlangt bei der Reform wesentlich höhere Beiträge des Arbeitgebers, als bisher geplant. Zudem sollen die gekündigten Tarifverträge bis zu einer Neuregelung vorerst gültig bleiben. Ufo fordert zudem acht Prozent mehr Lohn für zwei Jahre. Die Lufthansa bietet ein Gehaltsplus von 2,5 Prozent über zweieinhalb Jahre. Die Verhandlungen wurden nach einem Jahr vor Kurzem abgebrochen.

Um den Druck auf die Lufthansa-Spitze zu erhöhen, stellte Ufo ein Ultimatum: Falls die Lufthansa-Spitze bis zum 30. Juni nicht ein substanziell besseres Tarifangebot vorlege, werde am 1. Juli gestreikt. An diesem Tag wollte Ufo auch die weiteren Streiktermine bis Mitte September nennen. Die Arbeitsniederlegungen in der Hauptreisezeit im Sommer wären für die Fluggesellschaft finanziell sehr schmerzhaft. Ufo lieferte der Lufthansa zuletzt vor knapp drei Jahren einen Arbeitskampf.