Sozialpolitik

Immer mehr Minijobbern droht die Altersarmut

Immer weniger Minijobber sorgen fürs Alter vor.

Nur jeder sechste Minijobber im gewerblichen Bereich und jeder siebte in Privathaushalten zahlt in die Rentenkasse ein, wie sich aus einer am Mittwoch bekannt gewordenen Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen ergibt. Die Grünen-Arbeitsmarktexpertin Brigitte Pothmer kritisierte mit Blick auf diese Zahlen, dass die 2013 eingeführte Rentenversicherungspflicht für Minijobs in der Realität nicht ankomme. Von einer flächendeckenden Altersvorsorge könne keine Rede sein, wenn sich mehr als 80 Prozent der Minijobber davon befreien ließen.

Pothmer bezeichnete es als „bemerkenswert“, dass der Anteil der rentenversicherten Minijobber bei den seit 2013 abgeschlossenen Verträgen sogar sinke. So habe im März 2013 noch ein Viertel der neuen Minijobber (25,9 Prozent) im gewerblichen Bereich für das Alter vorgesorgt, heute seien es 20 Prozent. Bei den Privathaushalten sei der Anteil rentenversicherter Minijobber sogar von 24,5 Prozent im März 2013 auf heute nur noch 18,2 Prozent gefallen. Die Grünen-Politikerin bezeichnete Minijobs mit Blick auf dieses Entwicklung als eine „berufliche Sackgasse und ein Armutsrisiko, insbesondere für Frauen“. Statt Minijobs zu subventionieren, müssten endlich „existenzsichernde Arbeitsplätze gefördert werden“, forderte Pothmer.

Unter Minijobs werden Arbeiten verstanden, die monatlich maximal 450 Euro einbringen. Sie werden zum Großteil von Frauen verrichtet. Für die derzeit rund 6,6 Millionen Minijobber besteht zwar seit 2013 grundsätzlich eine Rentenversicherungspflicht: Die sogenannten geringfügig Beschäftigten müssen dabei die Differenz zum Pauschalbeitrag des Arbeitgebers tragen. Minijobber können sich aber davon befreien lassen und zahlen dann nichts in die Rentenkasse ein.