Unternehmen

Strauss Innovation ist schon wieder pleite

Handelskette bereits zum zweiten Mal in Zahlungsnot

Die Düsseldorfer Handelskette Strauss Innovation steckt zum zweiten Mal in akuten Zahlungsschwierigkeiten. Der Filialist mit 77Standorten – zwölf davon in Berlin – und rund 1100 Beschäftigten hat nach eigenen Angaben beim Amtsgericht Düsseldorf Insolvenz angemeldet. Das Geschäft sei im März und April ungewöhnlich schlecht gelaufen. Aus dem Grund sei nicht genug Geld für die Finanzierung der Winter-Kollektion in die Kassen gekommen, teilte der Anbieter von Textilien, Deko-Artikeln, Wein und Süßwaren mit.

Die Insolvenz soll aber nicht das Ende sein. Strauss Innovation habe bereits einiges erreicht, um sich erfolgreich am Markt zu positionieren, erklärte der bisherige Geschäftsführer Hans Peter Döhmen. „Wir setzen nun alles daran, kurzfristig eine neue Perspektive für diesen Weg zu entwickeln.“ Der vorläufige Insolvenzverwalter Horst Piepenburg unterrichtete die Beschäftigten am Freitag über die Details des Antrags.

Das Unternehmen hatte sich vor anderthalb Jahren wegen Zahlungsschwierigkeiten in ein sogenanntes Schutzschirmverfahren geflüchtet, um eine drohende Insolvenz abzuwenden. Ein neues Geschäftskonzept habe darauf gesetzt, durch höherwertige Artikel und eine Neugestaltung der Verkaufsflächen neue Zielgruppen zu erschließen.

Unter Praktiker-Effekt gelitten

Vor nicht einmal zwölf Monaten hatte der Investor Mühleck Family Office die angeschlagene Handelskette übernommen. Die Unternehmerfamilie aus Baden-Württemberg betrieb bis dahin hauptsächlich Spielhallen („Magic Casino“) und Fitness-Studios („Body Fit“). Mühleck steige als „langfristig orientierter strategischer Investor ein“, hieß es im August 2014. Der Käufer werde aus eigenen Mitteln Investitionen und Finanzmittel für den Geschäftsbetrieb bereitstellen.

Strauss hatte laut Döhmen zuvor unter einer Art Praktiker-Effekt gelitten: Wie bei der untergegangenen Baumarkt-Kette seien die Kunden nur gekommen, um Schnäppchen zu machen. Nach seinen Angaben hatte Strauss Innovation im vergangenen Jahr vor Eröffnung des Schutzschirmverfahrens 160 Millionen Euro Umsatz erzielt, damals jedoch in knapp 100 Filialen. Operativ würden schwarze Zahlen geschrieben, versicherte Döhmen damals. Die Erholung war jedoch offensichtlich nicht nachhaltig.