Griechenland

Regiert die Frau an Tsipras Seite?

Am liebsten wäre Betty Batziana wohl unsichtbar geblieben.

So unsichtbar, wie sie an der Seite des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras stets war. Nun aber steht die studierte Elektro- und Computeringenieurin doch im Zentrum der Aufmerksamkeit. Frankreichs Präsident François Hollande erfuhr Brisantes über das Paar Tsipras-Batziana, zumindest wenn man dem französischen Enthüllungsmagazin „Le Canard Enchainé“ glaubt, das für gewöhnlich exzellent informiert ist. Dort wird Hollande mit den Worten zitiert, Tsipras habe ihn informiert, „dass, wenn er den Forderungen der Troika zu sehr nachgibt, er nicht nur seine Partei, sondern auch seine Partnerin verlieren werde“. Denn die sei „eine Hardlinerin und steht weit links von ihm“.

Ein Scherz Tsipras’? Die Vorstellung aber, dass Betty Batziana im Hause Tsipras die politischen roten Linien zieht, klingt nicht abwegig. Denn Betty Batziana gilt als die Frau, die Alexis Tsipras erst zu einem stramm linken Politiker gemacht hat. Die ihm schon zu Schulzeiten jene Ideen nahegebracht hat, mit denen er zwei Jahrzehnte all jene Menschen begeisterte, die sich von den Herrschenden des Landes enttäuscht und von den Euro-Partnern gedemütigt fühlten.

Tsipras und Batziana sind etwa gleich alt, lernten sich in der Schule kennen. Tsipras soll, als er Batziana begegnete, an Sport weit mehr interessiert gewesen sein als an Politik. Batziana war es, die schon damals ein sehr politischer Mensch gewesen sein soll. Tsipras und Batziana haben nie geheiratet – ein Affront für das konservative griechische Establishment, aber nicht unpopulär bei jungen Wählern. Und sie leben bis heute in Verhältnissen, die für eine Premiers-Familie äußerst bescheiden anmuten. Die Villa Maximos, den traditionellen Sitz des Premiers, meidet das Paar. Sie blieben in einem simplen Apartmentblock, mit ihren beiden Söhnen im Kindergarten-Alter.