Arbeitskampf

Weitere Post-Gewerkschaft will streiken

Verdi: Insgesamt schon 23.000 Beschäftigte am Ausstand beteiligt

Verdi-Chef Frank Bsirske hat der Post mit einem langen Arbeitskampf gedroht, wenn das Management in dem Tarifkonflikt nicht einlenkt. Der Streik werde so lange dauern, bis der Vorstand zurückkehre zu einem sozialpartnerschaftlichen Miteinander, sagte er am Donnerstag bei einer Kundgebung vor der Bonner Konzernzentrale mit 4000 streikenden Postbeschäftigten. Ein Kompromiss in dem Konflikt müsse beiden Seiten eine gute Zukunft in dem Unternehmen bieten.

Mehr Lohn, weniger Stunden

Unterdessen rief auch die Kommunikationsgewerkschaft DPV nach einer Urabstimmung unter ihren Mitgliedern für diesen Freitag zu einem unbefristeten Ausstand bei der Post auf. Dabei soll die Anzahl der Streikenden in der Zustellung und in den Briefzentren Schritt für Schritt erhöht werden. Die bei der Post beschäftigten Mitglieder würden die „Verweigerungshaltung des Arbeitgebers“ nicht mehr länger hinnehmen, sagte DPV-Chef Volker Geyer.

Die DPV fordert für die mehr als 85.000 Brief- und Verbundzusteller 5,5 Prozent mehr Lohn und eine Arbeitszeitverkürzung von 38,5 auf 38 Stunden pro Woche. Zudem will sie die Arbeitsmenge gerechter verteilen und bei der Festlegung der sogenannten Bemessungswerte mitreden. Diese legen laut DPV fest, wie viel Zeit ein Zusteller für die Übergabe eines Einschreibens oder Pakets hat. Genau wie die Gewerkschaft Verdi fordert die DPV außerdem die Post auf, die neu gegründeten Regionalgesellschaften zurückzunehmen. Dort werden Mitarbeiter nicht nach dem Haustarif der Post bezahlt, sondern nach dem niedrigeren Tarif der Speditions- und Logistikbranche.

Vor anderthalb Wochen hatte bereits Verdi einen unbefristeten Streik bei der Post begonnen und seither immer mehr Mitarbeiter in den Ausstand gerufen. Der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske forderte das Unternehmen am Donnerstag zum Einlenken auf. „Der Konfrontationskurs des Vorstands geht zulasten des Unternehmens“, erklärte Bsirske vor Streikenden in Bonn.

Insgesamt befinden sich nach Angaben von Verdi rund 23.000 Beschäftigte im Ausstand. Sie streikten in den Bereichen Brief-, Paket-, und Verbundzustellung sowie in Brief- und Paketzentren.