Unternehmen

German Startups Group aus Berlin geht an die Börse

Beteiligungsgesellschaft investiert bereits in 40 Firmen

Wieder schickt sich ein Start-up aus Berlin an, an die Börse zu gehen: die German Startups Group. Der genaue Termin steht noch nicht fest, vermutlich wird es im dritten Quartal so weit sein. Auch über die Höhe des erwarteten Erlöses schweigt sich das Unternehmen aus. Das Besondere am Börsengang, den die Commerzbank federführend begleitet: Die German Startups Group ist weder ein Internethändler noch eine Finanztechnikfirma noch ein Online-Dienstleistungsvermittler, sondern eine Beteiligungsgesellschaft. Und sie existiert erst seit Sommer 2012.

Hinter dem Unternehmen steht Christoph Gerlinger. Der 47-Jährige hat bereits zwei Unternehmen gegründet und an die Börse gebracht, darunter auch der Berliner Spieleentwickler Frogster Interactive Pictures. Mit den Einnahmen aus den früheren Geschäften gründete er die German Startups Group, die sich an frisch gegründeten Firmen beteiligt. Dabei arbeitet das Unternehmen mit Finanzpartnern wie Project A und Team Europe zusammen.

Geld steckt in 40 Firmen, unter anderem im Online-Bringdienstvermittler Delivery Hero, im Musikstreamingdienst Soundcloud, im Internetbrillenhändler Mr. Spex und im Online-Gebrauchthändler Rebuy, alles Berliner Unternehmen, die zuletzt in der Bewertung deutlich gestiegen sind.

Nach eigenen Angaben schreibt die German Startups Group seit Gründung schwarze Zahlen. Ende 2013 hatten die Anlagen des Unternehmens nach Zahlen, die beim Bundesanzeiger hinterlegt sind, einen Wert von rund 3,8 Millionen Euro. Die Summe dürfte seither gewachsen sein.

Unternehmen mit acht Mitarbeitern

German Startups beschäftigt zurzeit acht Mitarbeiter und hat Büros über den Hangars im Flughafen Tempelhof bezogen. Nach einer Aufstellung des US-Analysehauses CB Insights vom September 2014 gehört die Beteiligungsgesellschaft zu den größten Investoren in der deutschen Start-up-Szene: Platz vier nach dem gemeinsamen Hightech Gründerfonds von Bundeswirtschaftsministerium, Förderbank KfW und 17 deutschen Konzernen, der T-Ventures der Deutschen Telekom und Holtzbrinck Ventures. Die Investitionsbank Berlin IBB kommt auf Rang 6.

Seit vergangener Woche gehört auch die Berliner Digitalagentur Exozet mit ungefähr 100 Beschäftigten zum Unternehmen. Exozet berät Konzerne wie Audi, die Deutsche Telekom und die Ufa bei der Digitalstrategie. Zudem entwickelt und programmiert die Agentur auch Internet- und Smartphone-Anwendungen.