Konflikt

Deutsche Post setzt im Streik auf Konfrontation

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Trotz des Tarifstreits werden viele Sendungen zugestellt

Im Tarifstreit bei der Deutschen Post will der Konzern hart bleiben. Jürgen Gerdes, im Vorstand zuständig für das Brief- und Paketgeschäft, sagte in Berlin, die Gewerkschaft Verdi müsse die neu gegründete Paketzustelltochter akzeptieren, über alle anderen Fragen lasse sich verhandeln. Bei der Post wird seit Dienstag unbefristet im Brief- und Paketdienst gestreikt. Es war der 29. Streiktag seit Beginn des Konflikts.

Offiziell geht es in dem Tarifkonflikt um Arbeitszeit und Gehalt. Im Zentrum stehen aber 49 regionale Gesellschaften für die Paketzustellung. Hier hat die Post rund 6000 Zusteller neu eingestellt, Gerdes zufolge alle unbefristet. Sie werden nicht, wie die rund 8000 Zusteller in der Post AG nach dem Haustarif der Post bezahlt, sondern nach dem niedrigeren Logistiktarif. Die Konkurrenz zahlt nach Angaben von Gerdes mindestens den Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Die neuen Gesellschaften im Schnitt 13 Euro, die Post 18 Euro. Um das Unternehmen für die Zukunft aufzustellen, müsse es die Kosten senken. Effizienzgewinne seien ausgeschöpft.

„Wir haben 6000 neue unbefristete Jobs geschaffen, bisher befristete Kollegen eingestellt, wir zahlen nach einem Verdi-Tarifvertrag“, sagt Gerdes. Ein bisschen Stolz schwingt mit. „Wir sind ein Unternehmen, dem unbefristete Stellen wichtig sind.“ Die Gewerkschaft Verdi kann die Begeisterung nicht ganz teilen. Seit Montagnachmittag sind die Beschäftigten in den Briefverteilzentren bundesweit zum Streik aufgerufen. Dazu kommen Briefträger und Paketboten. Millionen Briefe und Pakete dürften Verdi zufolge liegen bleiben oder verspätet ausgeliefert werden. Normalerweise werden pro Tag 3,4 Millionen Pakete und 64 Millionen Briefe von Paket- und Postboten zugestellt.

Gerdes steuert gegen. Verwaltungsmitarbeiter werden in den Verteilzentren eingesetzt, Beamte stellen zu. „Und viele streiken auch nicht“, sagt er. 85 Prozent der Pakete würden am nächsten Tag zugestellt, auch am Dienstag seien neun von zehn Briefen beim Adressaten angekommen.

( art )