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Abrechnung: Mieter können mit Erstattung bei Betriebskosten rechnen ++ Vorstoß: Wirtschaftsweiser Bofinger für Abschaffung des Bargelds ++ Handwerk: Zahl der Bäckereien und Fleischereien sinkt weiter ++ Insolvenz: Gläubigerversammlung bei Prokon am 2. Juli

Mieter können mit Erstattung bei Betriebskosten rechnen

Die meisten Mieter dürften in diesem Jahr bei der Betriebskostenabrechnung eine Rückzahlung erhalten. Das erwartet der Deutsche Mieterbund. Ursachen sind die milden Wintermonate und gesunkene Ölpreise. „Wir gehen davon aus, dass die Heizkosten – je nach Brennstoff – 2014 im Schnitt 20 bis 32 Cent pro Quadratmeter und Monat gesunken sind“, sagte Mieterbund-Sprecher Ulrich Ropertz. Auch im neuen Jahr sehe es noch nicht nach einer Trendwende aus. Damit sänken die Betriebskosten wieder unter die Marke von zwei Euro je Quadratmeter und Monat. Die Kosten für Heizung und Warmwasser machen regelmäßig die Hälfte der Betriebskosten und mehr aus.

Wirtschaftsweiser Bofinger für Abschaffung des Bargelds

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger hält eine Abschaffung des Bargelds für sinnvoll. „Bei den heutigen technischen Möglichkeiten sind Münzen und Geldscheine tatsächlich ein Anachronismus“, sagte der Wirtschaftswissenschaftler dem „Spiegel“. Bargeld erschwere den Zahlungsverkehr ungemein, etwa, „wenn Leute vor Ihnen an der Ladenkasse nach Kleingeld suchen und die Kassiererin nach Wechselgeld“. Wichtiger sei aber noch, dass eine Abschaffung des Bargelds „die Märkte für Schwarzarbeit und Drogen“ austrocknen würde, sagte Bofinger. Fast ein Drittel des Euro-Bargelds seien 500-Euro-Scheine – „fürs Einkaufen braucht die niemand, damit wickeln lichtscheue Gestalten ihre Geschäfte ab“.

Zahl der Bäckereien und Fleischereien sinkt weiter

Die Zahl der Bäckereien und Fleischereien in Deutschland hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten annähernd halbiert. Kaum verändert hat sich hingegen die Zahl der Beschäftigten in diesen Branchen, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag hervorgeht. Demnach arbeiteten im Jahr 1995 rund 571.500 Personen in 55.955 Betrieben. Im vergangenen Jahr waren es etwa 530.100 Beschäftigte in nur noch 30.565 Fleischereien, Bäckereien und Konditoreien. „Das trifft besonders die älteren Menschen ohne Auto“, kritisierte Markus Tressel, Sprecher der Grünen-Fraktion für den ländlichen Raum.

Gläubigerversammlung bei Prokon am 2. Juli

Die Gläubiger der insolventen Windenergiefirma Prokon werden am 2. Juli über den weiteren Weg des Unternehmens entscheiden. Diesen Termin hat das Amtsgericht Itzehoe am Freitag festgelegt. Die nicht öffentliche Gläubigerversammlung wird in einer Hamburger Messehalle abgehalten. Prokon hat insgesamt fast 100.000 Gläubiger, davon mehr als 75.000 Anleger, die etwa 1,4 Milliarden Euro in hochriskante Genussrechte investiert hatten. Sie müssen sich entscheiden zwischen dem Verkauf an den Energiekonzern EnBW und einer genossenschaftlichen Lösung, bei der sie Eigner des Unternehmens blieben. In beiden Fällen würden die Anleger ungefähr die Hälfte ihres Kapitals verlieren.