Energie

Shell darf trotz Protesten in der Arktis bohren

Der Energieriese Royal Dutch Shell kommt seinem Ziel näher, im arktischen Ozean nach Öl und Gas zu bohren.

Trotz heftiger Proteste von Umweltschützern stimmte die zuständige Behörde der US-Regierung dem Förderprojekt am Montag (Ortszeit) zu – jedenfalls unter Auflagen. Der niederländisch-britische Konzern hat damit eine wichtige Hürde genommen, braucht aber noch eine Reihe weiterer Zulassungen.

Nach Schätzungen der US-Energieagentur EIA könnten in der Arktis etwa 22 Prozent der weltweiten noch unentdeckten Öl- und Gasreserven liegen. Shell will in der Tschuktschensee, knapp 113 Kilometer entfernt von dem Dorf Wainwright an der Nordwestküste Alaskas, an bis zu sechs Stellen in flachem Wasser bohren. Der Plan ist höchst umstritten. „Diese Entscheidung stellt das große Ölgeschäft über die Menschen und setzt die Tier- und Pflanzenwelt der Arktis – und die Gesundheit unseres Planeten – aufs Spiel“, kommentierte die Umweltschutzorganisation Earthjustice. Im April 2010 hatte eine Explosion der von Shells Wettbewerber BP betriebenen Bohrinsel „Deepwater Horizon“ die bislang schlimmste Ölkatastrophe verursacht.