Schulden

Wegen Bankenkrise steht Kärnten kurz vor der Pleite

Wörthersee, Natur, Urlaub: Für viele Deutsche steht Kärnten für Idylle. Doch das österreichische Bundesland ist in Not.

Die Pleite droht, weil bis Ende Mai 343 Millionen Euro in der Landeskasse fehlen. Der Grund: Die Langzeitfolgen des Milliarden-Desasters um die Staatsbank Hypo Alpe Adria, das in Kärnten seinen Anfang nahm. Ein Thema, das auch deutsche Investoren und die Allianz bewegt. Der Versicherer hat gerade 56 Millionen Euro aus seinem Hypo-Engagement abgeschrieben.

Die Landesregierung in Klagenfurt, seit zwei Jahren am Ruder, muss einen Kurs ausbaden, den einst FPÖ-Ministerpräsident Jörg Haider mitverantwortete: Eine Bank, die dank Haftungen des Landes, auf Teufel komm raus expandiert und alles riskiert. Über Kärnten schwebt nun das Damoklesschwert von Landeshaftungen von 10,2 Milliarden Euro. Alle Ermessensausgaben liegen auf Eis: Babygeld und Straßensanierung, Kleinschulen werden geschlossen. Bei einem Etat von rund 2,2 Milliarden Euro hat das Bundesland heute 3,2 Milliarden Euro Schulden. Nach Herabstufung durch Rating-Agenturen kann sich Kärnten nur mehr mit Krediten von der Österreichischen Bundesfinanzagentur helfen.