Reformen

Griechenland zahlt Kreditrate pünktlich an den IWF zurück

Kurzes Aufatmen im Finanzdrama.

Griechenland hat einen 757-Millionen-Euro-Kredit fristgerecht an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgezahlt. Die Zahlung sei am Dienstag erfolgt, teilten Regierungskreise mit. Der größte Teil des Geldes sei von einem Konto der griechischen Zentralbank gekommen. Um das Geld zusammenzubekommen hatte die Regierung in Athen angeordnet, dass Behörden, Universitäten und Krankenhäuser ihre Finanzreserven der Zentralbank zur Verfügung stellen müssen.

Zuvor waren Zweifel laut geworden, ob Griechenland das Geld an den IWF angesichts knapper Kassen tatsächlich überweist. Äußerungen von Regierungsmitgliedern hatten nahegelegt, dass Athen im Zweifelsfalle die Auszahlung von Löhnen und Renten für wichtiger halte als die Rückzahlung von Schulden. Das hoch verschuldete Griechenland wird seit 2010 mit einem milliardenschweren Rettungsprogramm IWF, Europäischer Zentralbank und EU im Volumen von 240 Milliarden Euro vor dem Bankrott bewahrt. Trotzdem wird das Geld knapp. Um nicht pleite zu gehen, braucht Griechenland dringend die letzten Tranche von 7,2 Milliarden Euro aus dem bis Ende Juni verlängerten Rettungsprogramm für das Euro-Land. Im Gegenzug soll Athen Reformen und Sparmaßnahmen umsetzen. Eine Liste dazu lag aber immer noch nicht vor.

Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem sprach nach Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Gläubigern am Montag zwar von „wichtigen Fortschritten“, doch sei mehr Zeit erforderlich, um die verbliebene Kluft zu schließen.

Griechenland drohen die Staatspleite und ein Ausstieg aus dem Euro, falls sich die Linksregierung nicht wie gefordert zu neuen Reformen und Sparmaßnahmen durchringt.