Verbraucher

Minister erwartet strengere Kontrollen bei Bioprodukten

Konsumenten von Biolebensmitteln können nach den Worten von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) auf bessere Kontrollen bei Produkten hoffen, die von außerhalb der Europäischen Union eingeführt werden.

Dies sei absehbar, sagte Schmidt am Montagnachmittag in Brüssel am Rande eines EU-Ministerrates zur Reform der EU-Ökoverordnung. Die Ökoverordnung gilt für den europäischen Markt, betrifft aber auch Lebensmittel aus Drittländern. So werden nach Auskunft des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) zum Beispiel Frühkartoffeln aus Marokko, Cashewnüsse aus China oder Knoblauch aus Chile in der EU als Ökoprodukte vermarktet.

Landwirtschaftsminister Schmidt fordert für solche Waren „gleichwertige und überprüfbare Standards für Kontrolle und Erzeugung“, wie er vor dem Treffen betont hatte. Wieweit dieser Ansatz letztlich umgesetzt wird, hängt allerdings nicht nur von den übrigen EU-Regierungen, sondern auch vom Europaparlament ab. Der Nabu hält Deutschlands Ansatz für gut: Eine „Kontrolle der Kontrolleure“ für die Drittländer, aus denen Ökolebensmittel kommen, sei sinnvoll, sagte Nabu-Experte Florian Schöne. Weder dieser Punkt noch die übrigen Punkte der Reform stehen aber schon fest. „Ich sehe nicht, dass wir heute zu einem Ergebnis kommen“, sagte Schmidt am Montag. Eine Einigung unter den Regierungen sei aber bis Juni denkbar.

Eigene Grenzwerte für Rückstände von Pestiziden und anderen unerwünschten Stoffen in Biolebensmitteln sind laut dem Minister nicht absehbar. „Schwellenwerte wird es nach jetzigem Stand nicht geben“, sagte Schmidt. Bislang gebe es gesetzliche Grenzwerte, die für alle Lebensmittel gelten, ob Bio oder nicht, machte der Minister geltend.