EU-Finanzpolitik

Wie geht es weiter mit Griechenland?

Athen könnte aus der Währungsunion austreten oder auf einen Reformkurs umschwenken und weitere Kredite erhalten. Aber noch eine Reihe anderer Szenarien ist theoretisch möglich

In die Verhandlungen der griechischen Regierung mit ihren Gläubigern kommt Bewegung. Die neuen Unterhändler Athens haben erstmals ein richtiges Arbeitsprogramm vorgestellt, wie in Brüssel verlautete. Zugleich betonen mehrere Beteiligte, dass vermutlich erst im Juni weitere Hilfsgelder ausgezahlt werden könnten, nach der Zustimmung einiger Parlamente. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will Griechenland in der Währungsunion halten. Zu sehr fürchtet sie die nicht kontrollierbaren Folgen eines „Grexit“ auf die Euro-Zone.

Allerdings weiß auch die Kanzlerin, dass neue Kredite für Athen der Bundestag absegnen muss. Und ausgerechnet Merkels eigene Fraktion, die Union, ist skeptisch. Immer größer wird die Zahl der Gegner. Vor die Entscheidung gestellt, Athen im Euro zu halten oder die eigene Kanzlerschaft zu sichern, sei die Antwort klar: Regieren ist besser, glaubt ein Regierungsmitglied.

Damit aber ist der Grexit eine reale Alternative. Das Ende der Liquidität ist absehbar. Schon jetzt kostet die unsichere Lage Wachstum. Immer instabiler wird die Lage, wenn Athens Premier Alexis Tsipras sich nicht bald mit seinen Geldgebern auf Reformen einigt, die als Voraussetzung für weitere Hilfsmilliarden gelten. Weil der Grexit damit eine reale Alternative bleibt, spielt die Morgenpost verschiedene Optionen für Griechenlands nahe Zukunft durch. Nicht jede Variante ist gleich wahrscheinlich. Keine davon aber kommt Europa billig zu stehen.