Energie-Konzern

Vattenfall: Gefälschte Pressekonferenz zum Kohle-Ausstieg

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall ist Opfer einer „Guerilla-Aktion“ geworden.

Aktivisten haben eine gefälschte Pressemitteilung und eine Videobotschaft mit einer angeblichen Pressekonferenz zu Vattenfalls Braunkohle-Engagement in der Lausitz in Umlauf gebracht. Die angebliche Pressemitteilung besagte, dass Vattenfall von seinen Plänen des Verkaufs seiner Gruben und Braunkohle-Kraftwerke in der Lausitz abgerückt sei. Zudem hatten die Aktivisten im Foyer der Konzernzentrale in Berlin eine vermeintliche Presskonferenz abgehalten, die erst nach einer guten halben Stunde vom echten Pressesprecher beendet worden war.

Die Mitteilung war mit einem Logo des Konzerns, einem vermeintlichen Zitat der Geschäftsspitze der Vattenfall GmbH sowie den Kontakten von Pressesprechern des Unternehmens versehen. Zudem wurde auf die Internetseite www.vattenfall-responsability.de verwiesen, die sich an das Erscheinungsbild der Vattenfall-Webseite anlehnt. Auch ein Twitter-Account verbreitete im Namen von Vattenfall-Managern gefälschte Nachrichten. Mehrere Medien und ein CDU-Bundestagsabgeordneter griffen die Nachricht auf und verbreiteten sie.

Hinter der Aktion steht offenbar das Kreuzberger „Peng!-Kollektiv“. Vattenfall wolle sich aus der Verantwortung in der Lausitz ziehen, sagte Jean Peters, der falsche Pressesprecher dem „Tagesspiegel“ zufolge. So einfach wolle man es dem Konzern aber nicht machen. Die „Kommunikationsguerilleros“ haben die Aktion nach eigenen Angaben einen Monat lang vorbereitet.