Börse

Ausländische Investoren profitieren vom Dax-Höhenflug

Nur 44 Prozent der Aktien liegen in deutschen Depots

Der aktuelle Börsen-Höhenflug der deutschen Topkonzerne spült vor allem ausländischen Anlegern Geld in die Taschen. Denn mit inzwischen 56 (Vorjahr: 54) Prozent liegt deutlich mehr als jede zweite Aktie der Börsen-Schwergewichte im Leitindex Dax in Depots ausländischer Investoren, wie die Beratungsgesellschaft Ernst & Young am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Wie aus der Studie zur Anlegerstruktur bei den 30 größten börsennotierten Unternehmen hervorgeht, halten Aktionäre aus Deutschland nur noch 36 (Vorjahr: 37) Prozent der Anteile, acht Prozent der Aktien können keiner Region zugeordnet werden.

In den vergangenen zehn Jahren sei der Aktienanteil ausländischer Investoren kräftig gestiegen: Bei den 23 Unternehmen, deren Daten den Vergleich zulassen, stieg er von durchschnittlich 45 Prozent im Jahr 2005 auf 59 Prozent im Geschäftsjahr 2014. Das Interesse ausländischer Investoren an deutschen Topunternehmen sei in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, sagte EY-Experte Martin Steinbach: „Trotz der schwachen Konjunkturentwicklung in Europa und trotz der schwelenden Schuldenkrise in der Euro-Zone.“

Aus Steinbachs Sicht beweist das starke Engagement ausländischer Investoren, dass die deutschen Konzerne auf dem Weltmarkt geschätzt werden: „Wenn ausländische Anleger in Aktien deutscher Topkonzerne investieren, demonstrieren sie damit auch ihr Vertrauen, dass die Dax-Konzerne auch morgen noch weltweit in der obersten Liga mitspielen.“

Bei sechs Dax-Unternehmen sind nach den Angaben mehr als 70 Prozent der ausgegebenen Aktien in ausländischer Hand: Bei der Deutschen Börse, Linde, Infineon, Lanxess, Bayer und Merck. Insgesamt seien 21 der 30 Dax-Unternehmen mindestens zur Hälfte im Besitz ausländischer Aktionäre. Den geringsten Anteil weisen demnach Henkel, BMW und Lufthansa auf. Gegenüber dem Vorjahr sank der Anteil ausländischer Investoren bei zehn Unternehmen, bei 18 stieg er.

Trend setzt sich 2015 fort

Besonders gefragt sind die Anteile der deutschen Topunternehmen bei Investoren aus Europa (27 Prozent) und Nordamerika (21 Prozent). Steinbach erwartet, dass sich der Trend 2015 an den Aktienmärkten fortsetzen wird: „Der schwache Euro macht Investitionen in deutsche Blue Chips gerade für US- und britische Investoren besonders interessant.“ Zumal sich die deutschen Topunternehmen angesichts der Konjunkturerholung in der Euro-Zone mehrheitlich gut entwickeln dürften.