Streik

Mitarbeiter der Postbank protestieren in Berlin

Hunderte ostdeutsche Postbank-Beschäftigte haben am Montag in Berlin für einen besseren Kündigungsschutz demonstriert.

Viele Filialen in Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie Teilen Brandenburgs und Thüringens blieben während des Streiks geschlossen. Der Sprecher der Gewerkschaft Verdi, Marko Wunderlich, sprach von 600 Demonstranten in Berlin. Sie zogen vom Ostbahnhof zur Verdi-Zentrale und forderten auf Transparenten „Sicherheit für unsere Arbeitsplätze“ und drohten: „Ohne Kündigungsschutz bis 2020 kein Abschluss“.

Betroffen von dem Streik waren Filialen der Postbank Filialvertrieb AG etwa in Leipzig, Dresden, Halle und Cottbus. Wunderlich sagte, die Streiks würden am Dienstag in der Region fortgesetzt. Auch Berliner Postbank-Kunden müssen demnach in den nächsten Tagen mit geschlossenen Filialen rechnen. „Es geht den Mitarbeitern vor allem um einen längeren Kündigungsschutz“, erläuterte Wunderlich. Angesichts eines möglichen Verkaufs der Postbank durch die Deutsche Bank fürchteten die Beschäftigten um ihre Arbeitsplätze. Ein Großteil der Postbank-Mitarbeiter sind allerdings ohnehin Beamte und damit unkündbar. Das Bonner Institut gehört seit 2010 mehrheitlich zur Deutschen Bank, die damit in der Finanzkrise ihr Privatkundengeschäft stärkte.

Verdi hatte den ersten unbefristeten Streik der Tarifrunde am Sonntag angekündigt. Der südliche Teil Ostdeutschlands war der erste Schwerpunkt. In den nächsten Tagen sollen die Streiks nach und nach gesteigert und auf ganz Deutschland ausgeweitet werden. Im Tarifkonflikt fordert die Gewerkschaft für über 9000 Mitarbeiter einen Kündigungsschutz bis 2020 und fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. In einer Urabstimmung hatten sich 94,8 Prozent der Verdi-Mitglieder für Streik ausgesprochen.