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Ein Betrieb – ein Tarifvertrag

Solidarität Angesichts der erneut drohenden Streiks bei der Bahn rät der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord (DGB Nord) der Lokführergewerkschaft GDL dringend, endlich eine Tarifgemeinschaft mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zu bilden. „Nach gut einem Jahr intensiver Verhandlungen brauchen wir jetzt ein Ergebnis. Das erwarten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, aber auch die Bahnkunden“, erklärte der Vorsitzende des DGB Nord, Uwe Polkaehn, am Sonntag. Die GDL müsse sich von einer „Tarifpolitk der Rosinenpickerei“ verabschieden und endlich zu einem solidarischen Vorgehen finden.

Gemeinsames Ziel Es sei überhaupt nichts dagegen zu sagen, wenn es in einem Unternehmen und einem Betrieb zwei Gewerkschaften gebe, räumte Polkaehn zwar ein. „Wichtig bleibt aber das Prinzip: ein Betrieb und ein Tarifvertrag. Damit sind alle bei der Bahn gut gefahren. Unterschiedliche Ergebnisse und Löhne für ein und dieselbe Berufsgruppe aber sind Gift für die Zusammenarbeit in jedem Betrieb.“

Konkurrenz Die GDL steht in Konkurrenz zur größeren Gewerkschaft EVG und strebt für ihre sämtlichen Mitglieder im Zugpersonal eigene Tarifverträge an. Bislang hatte die Spartengewerkschaft nur für Lokführer Abschlüsse vereinbart. Erst im Februar hatte die GDL einen weiteren Streik angekündigt und nach Zugeständnissen der Bahn wieder abgeblasen. Anschließend waren beide Seiten erneut in die Tarifgespräche eingestiegen.