Automobilhersteller

VW-Chef Winterkorn fehlt bei Automesse in Shanghai

Kein schneller Auftritt nach dem Machtkampf: Volkswagen-Chef Martin Winterkorn wird überraschend bei einer großen VW-Veranstaltung vor dem Beginn der Automesse in Shanghai fehlen.

„Herr Winterkorn hat sich wegen eines grippalen Infekts dazu entschieden, nicht nach Asien zu reisen“, sagte Konzernsprecher Andreas Lampersbach am Sonntag. China-Chef Jochem Heizmann werde ihn vertreten.

Volkswagen will mit neuen Modellen das Wachstum in China wieder beschleunigen. Dort hatte der Autobauer im ersten Quartal Probleme, mit dem Gesamtmarkt Schritt zu halten, wie Heizmann einräumte. Um dies zu ändern, prüfe der Konzern die Entwicklung günstiger Geländewagen (SUVs) und Kombiwagen (MPVs). In diesen Segmenten habe es zuletzt die stärksten Zuwächse gegeben.

Heizmann sprach von „konkreten Projekten“, um das Problem anzugehen. „Wir sprechen über eine Produktfamilie dort. Wir sprechen nicht über ein oder zwei Autos“, sagte er im Vorfeld der Automesse in Shanghai, die am Montag beginnt. Konzernangaben zufolge befinden sich die Entwicklungsvorhaben derzeit in der Sondierungsphase und sind noch nicht endgültig beschlossen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass das Unternehmen Werke zukaufe, um seine Produktionsmöglichkeiten schneller auszuweiten.

China ist der größte Einzelmarkt von Volkswagen. Im vergangenen Jahr hatte sich dort das Umsatzplus des Konzerns im Pkw-Geschäft auf 12,4 Prozent abgeschwächt von 16 Prozent 2013. Im ersten Quartal legte der chinesische Pkw-Markt nach Worten Heizmanns um 15 Prozent zu.