Recht

Selfies können teuer werden

Auch für die Schnappschüsse gelten die Urheberrechte für Fotos

Manchmal könnte man den Eindruck gewinnen, das Knipsen von Selbstportraits ist heute die Hauptaufgabe eines Handys. Den wenigsten ist klar, dass auch Selfies kein rechtsfreier Raum sind. Selfisten kreisen zwar um sich selbst, aber sie greifen oft auch in die Rechte anderer ein. Immer wieder gibt es Meldungen, die das Ausmaß der Selfie-Manie verdeutlichen. Angefangen mit dem – noch fast amüsanten – Verbot für philippinische Polizisten in Manila, Selfies mit dem Papst zu machen, über schreckliche Massenstürze bei der Tour de France, die von unaufmerksamen Selbstknipsern ausgelöst wurden.

Rein rechtlich besteht kein Unterschied zwischen einem Selfie und einem „normalen“ Foto – ganz egal, ob es klassisch mit dem ausgestreckten Arm oder mit einem Selfie-Stick geschossen wird. Das bedeutet auch, dass es Ärger geben kann, wenn man mit dem Selbstbildnis ohne Erlaubnis ein urheberrechtlich geschütztes Motiv in Netzwerke lädt.

Selbst Tattoos sind geschützt

Das muss nicht im Museum oder einem sonstigen Ausstellungsraum, ja nicht mal draußen auf der Straße sein. Auch der eigene Körper kann tabu sein, sagt Johannes Schaack von der Onlineplattform Anwalt.de: „Wer im Selfie-Fieber ein Tattoo zum Hauptmotiv seines Bildpostings auserkoren hat und im Internet veröffentlicht, lässt sich möglicherweise eine Verletzung des Urheberrechts zuschulden kommen“, sagt Schaack. Das Recht am Bild liege weiterhin beim Tätowierer.

Zum Schutz von Kunst und Künstlern sei auch in zahlreichen Theatern, Galerien und Museen Fotografieren generell verboten. Allerdings hat sich das Fotografierverbot an vielen Orten gelockert – nicht zuletzt, weil auch die Häuser erkannt haben, dass die inszenierten Schnappschüsse, verbreitet über soziale Netzwerke, auch eine effektive Werbung sein können. Um rechtlich keine Probleme zu bekommen, können sich Selfisten jedoch an einfach Regeln halten. Um urheberrechtlichen Konflikten aus dem Weg zu gehen, sollten Kunstwerke nicht der zentrale Blickfang sein. Das gilt auch für Tätowierungen, etwa wenn sie auf einem Foto am Strand zu sehen sind.

Bei Gruppen-Selfies muss jeder Abgelichtete um Erlaubnis gefragt werden, bevor das Bild geteilt wird. Und wenn Fotoverbote ausgesprochen sind, sollten sich auch diejenigen daran halten, die eigentlich nur sich selbst fotografieren wollen.