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Geschäfte: Handelsverband warnt vor Schließung von 50.000 Läden ++ Abo-Modelle: Musikindustrie hofft auf Streaming-Dienste ++ Deutsche Bank: Tiefe Einschnitte drohen im Filialgeschäft ++ Finanzmärkte: Steuerschlupfloch bei Dividenden wird gestopft

Handelsverband warnt vor Schließung von 50.000 Läden

Der Präsident des Deutschen Handelsverbandes (HDE), Josef Sanktjohanser, hat vor einem massiven Sterben von bis zu 50.000 Läden in den kommenden fünf Jahren gewarnt. Als Gründe nannte Sanktjohanser in der „Wirtschaftswoche“ die Verödung strukturschwacher Gebiete durch den demografischen Wandel und die Konkurrenz des Online-Handels. „Wir rechnen damit, dass in den kommenden fünf Jahren bis zu 50.000 Läden vom Markt verschwinden werden.“ Als Konsequenz fordert Sanktjohanser mehr staatliche Investitionen in die Innenstädte, um ihre Attraktivität zu steigern, Erleichterungen im Bau- und Steuerrecht sowie gleiche Spielregeln für Online- und stationären Handel.

Musikindustrie hofft auf Streaming-Dienste

Die Musikindustrie hofft darauf, dass Abo-Modelle mit der Zeit mehr einbringen können als Downloads. „Wird ein Song heruntergeladen, fließt nur einmal Geld. Beim Streaming gibt es bei jedem Abruf wieder Einkünfte“, sagte Sony-Music-Manager Edgar Berger dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“. „Nach ungefähr 18 Monaten stehen die Abo-Einnahmen in keiner Weise den Download-Einnahmen nach.“ Laut Medienberichten fordern Musikkonzerne vom Streaming-Marktführer Spotify, sein Gratis-Angebot einzuschränken. Spotify hat rund 60 Millionen Nutzer, von denen rund jeder Vierte ein zahlender Abo-Kunde ist. Der Anteil blieb über die Jahre gleich.

Tiefe Einschnitte drohen im Filialgeschäft

Die Deutsche Bank will sich bei ihrem groß angelegten Umbau Finanzkreisen zufolge nur von der Postbank und nicht vom gesamten Privatkundengeschäft trennen. Das zeichnet sich nach den jüngsten Beratungen im Vorstand ab, wie mehrere mit den Beratungen im Vorstand vertraute Personen am Wochenende der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Für die Beschäftigten in den „blauen“ Filialen unter der Marke Deutsche Bank sei das aber kein Grund aufzuatmen. Dort drohten nun mehr Stellen wegzufallen als bisher geplant, sagten die Insider. Die geplante Schließung von bis zu einem Drittel der 700 Filialen in Deutschland dürfte Tausende Arbeitsplätze kosten.

Steuerschlupfloch bei Dividenden wird gestopft

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will ein Steuerschlupfloch für ausländische Aktienhalter deutscher Unternehmen bei der Besteuerung von Dividenden stopfen, hieß es in Regierungskreisen, die im Kern einen Bericht der „Wirtschaftswoche“ bestätigten. Demnach umgehen ausländische Investoren die Kapitalertragsteuer. Dazu würden Großanleger ihre Aktienanteile vor der Ausschüttung der Dividende einem deutschen Investmentfonds übertragen, hieß es. Der deutsche Fonds müsse auf die Dividende im Gegensatz zu ausländischen Anlegern keine Kapitalertragsteuer zahlen. Nach der Dividendenauszahlung würden die Aktien zurückübertragen und die eingesparte Steuer geteilt.