Organisation

Berlin Partner holt sich eine neue Frau

Andrea Joras wird Geschäftsführerin der Fördergesellschaft – neben Stefan Franzke

Die Wirtschaftsfördergesellschaft Berlin Partner bekommt eine neue Geschäftsführerin: Andrea Joras, 44, wird ab Juli mit an die Spitze der Gesellschaft rücken. Dies beschloss der Aufsichtsrat von Berlin Partner am Montagabend. Andrea Joras wird dann gemeinsam mit Stefan Franzke, Geschäftsführer seit Juli vergangenen Jahres, die Geschicke der Fördergesellschaft leiten. Franzke wird allerdings der Sprecher der Geschäftsführung sein – auf Wunsch von Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU).

„Andrea Joras bringt internationale Expertise und langjährige Erfahrung an der Schnittstelle von Verwaltung, Politik und Wirtschaft sowohl auf Bundes-, als auch auf EU-Ebene mit“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende von Berlin Partner, Andreas Eckert. Joras ist zurzeit für das Europageschäft der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) zuständig. Davor leitete die gebürtige Stuttgarterin bei der GIZ das Regionalbüro im Nahen Osten und betreute auch das Geschäftsfeld „Öffentlicher Sektor“.

Berlin Partner kümmert sich um die Anwerbung von Firmen, hilft bei Finanzierungsfragen, wirbt für den Standort im In- und Ausland und ist darüber hinaus für das Hauptstadt-Marketing verantwortlich. Außerdem muss sich die Gesellschaft um die wirtschaftlichen Schwerpunkte, die sogenannten Cluster, kümmern, die der Berliner Senat definiert hat. Beispielsweise um die Gesundheitswirtschaft oder die Verkehrswirtschaft. Berlin Partner wird von rund 200 privaten Unternehmen, aber auch vom Land Berlin getragen. Gesellschafter sind die Investitionsbank Berlin, die Technologiestiftung, aber auch die Industrie- und Handelskammer (IHK), die Handwerkskammer und die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg. Franzke kam vor einem Jahr von Niedersachsen nach Berlin und soll sich vor allem um die Akquise, also die Ansiedlung von Unternehmen, kümmern. Nachdem die zweite Geschäftsführerin Melanie Bähr Ende des Jahres überraschend zur IHK zurückgekehrt war, war dieser Posten vakant. Und sehr begehrt – über einen Mangel an Bewerbungen konnte sich die Gesellschaft nicht beklagen.

Andrea Joras wird künftig vor allem nach innen wirken. Sie soll nun für „die interne Weiterentwicklung der Organisation zuständig sein“, erklärte Aufsichtsratschef Eckert. Außerdem solle sie Themen wie die „Drittmittelstrategie des Unternehmens“ verantworten, hieß es. Franzke soll dagegen das Gesicht der Gesellschaft sein und die „internationale Positionierung des Wirtschaftsstandorts“ vorantreiben. Der Aufsichtsrat beschloss deshalb auch, dass er Sprecher der Geschäftsführung wird.

Eine Menge Arbeit

Genug zu tun gibt es für Franzke und Joras allemal. So sind nicht alle im Senat mit der Arbeit von Berlin Partner zufrieden – Auftritte im Ausland kosten viel Geld, auch die Zusammenarbeit mit der Tourismus-Gesellschaft Visit Berlin kann noch deutlich verbessert, beziehungsweise die Werbung im Ausland besser koordiniert werden. Kritik gab es auch an der Kampagne, mit der sich Berlin um die Austragung der Olympischen Spiele bewarb und letztlich Hamburg unterlag. Berlin Partner war im Auftrag des Senats dafür verantwortlich.