Gewerkschaften

Tarifverhandlungen: Erste Einigung für das KaDeWe

Bewegung in den Tarifverhandlungen für die Teile des Handelskonzerns Karstadt.

Zumindest für die drei Premiumhäuser KaDeWe in Berlin, Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München haben sich die Gewerkschaft Verdi und die Arbeitgeberseite auf einen Abschluss geeinigt. Der Durchbruch gelang in der Nacht zu Freitag, wie ein Sprecher der Gewerkschaft sagte. Für die Karstadt-Warenhäuser und die Karstadt Sporthäuser wurde weiter verhandelt.

Einzelheiten wollte die Gewerkschaft nach Rücksprache mit Karstadt erst kommende Woche nennen. Dann tagt auch die Tarifkommission Verdis, die über die Ergebnisse entscheidet. Offenbar sieht die Einigung vor, dass die Luxushäuser in den kommenden Jahren schrittweise wieder dem Flächentarifvertrag des Einzelhandels annähern. Außerdem sollen betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sein.

In der Karstadt Premium GmbH, zu der die drei Luxushäuser gehören, arbeiten rund 1800 Beschäftigte, die Mehrzahl im KaDeWe. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Berlin. Die Sporthäuser sind in der Karstadt Sports, die Warenhäuser in der Karstadt Warenhaus GmbH gebündelt. Alle drei Gesellschaften gehören der Signa-Holding des österreichischen Immobilienunternehmers René Benko. Er hatte Karstadt bis Herbst 2014 in mehreren Schritten vom glücklosen Investor Nicolas Berggruen übernommen.

Für die Beschäftigten der normalen Karstadt-Warenhäuser und der Sporthäuser wird erst einmal weiterverhandelt. Das Geschäft vor allem der Warenhäuser läuft schlecht. Chef Stephan Fanderl will sie deshalb radikal umstrukturieren und zahlreiche Häuser schließen. Über die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter wird seit Wochen verhandelt. Die Arbeitgeber fordern Kürzungen etwa beim Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie längere Arbeitszeiten. Verdi verlangt eine Standort- und Beschäftigungsgarantie sowie die Rückkehr in den Flächentarif.