Konjunktur

Griechenland zahlt pünktlich

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459-Millionen-Kredit beglichen. Gemeinsame Firmen mit Russen geplant

Griechenland hat am Donnerstag die fristgerechte Überweisung einer Kreditrate von 459 Millionen Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) bekannt gegeben. „Der Überweisungsauftrag ist erteilt worden“, sagte ein Vertreter des Finanzministeriums in Athen. Regierungschef Alexis Tsipras sagte am zweiten Tag seines Moskau-Besuchs, er sei zuversichtlich, dass mit den Gläubigern ein „ehrenwerter Kompromiss“ gefunden werde. Aus dem Kabinett seiner Links-rechts-Regierung war vor Ostern gewarnt worden, die IWF-Rate könne womöglich nicht getilgt werden. Das hatte zur Sorge vor einer Zahlungsunfähigkeit Athens mit schwer absehbaren Folgen geführt. Finanzminister Janis Varoufakis war schließlich am Sonntag kurzfristig nach Washington gereist, um IWF-Chefin Christine Lagarde die Überweisung zuzusagen.

Die Euro-Länder wollen Athen zwar mit weiteren Notkrediten vor der Pleite bewahren. Die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras hat die Bedingungen dafür aber noch nicht erfüllt. Es gebe nur „Babyschritte“, verlautete am Donnerstag aus Verhandlungskreisen in Brüssel. Tsipras sagte gleichwohl vor Studenten in Moskau: „Ich bin zuversichtlich, dass trotz der Schwierigkeiten alle Seiten zu einem ehrenwerten Kompromiss kommen.“

Griechenland muss seine Reformpläne Insidern zufolge bis spätestens zum 21. April überarbeiten, um an dringend benötigte Mittel der internationalen Geldgeber zu kommen. Anvisiert sei eine grundsätzliche Einigung für den 20. oder 21. April, damit die Euro-Finanzminister am 24. April in Riga die Reformpläne bewerten könnten, sagten mehrere Vertreter der Euro-Zone am Donnerstag. Aus dem Finanzministerium in Athen verlautete, im April könnten alle Rechnungen bezahlt werden, im Mai könnte es aber kritisch werden. Tsipras hatte nach seinem Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin am Mittwoch betont, dass er entgegen Befürchtungen von EU-Vertretern keinen Beistand von Moskau erbeten habe. Am Donnerstag wiederholte er, die Schuldenkrise sei „ein europäisches Problem“, für das er eine „europäische Lösung“ suche. Sein Ziel bleibe „der Verbleib im Euro“.

Griechenland verhandelt nach Angaben von Tsipras mit Russland über eine Beteiligung an geplanten Privatisierungen in seinem Land. Die beiden Staaten wollten dazu ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, sagte Tsipras am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Tsipras zeigte sich optimistisch, dass Russland sein Embargo für Lebensmittel aus Griechenland lockern werde. Bei seinem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin am Vortag hätten beide einen Weg gefunden, die Probleme zu überwinden, sagte der Ministerpräsident. Putin hatte eine völlige Aufhebung des Importstopps zwar abgelehnt, jedoch die Gründung von Gemeinschaftsunternehmen ins Spiel gebracht.