EU-Krise

Athen warnt seine Euro-Partner vor Pleite am 9. April

Im Schuldenstreit zwischen Griechenland und seinen Geldgebern naht die Woche der Wahrheit.

Als kritisches Datum gilt der kommende Donnerstag. Reuters-Informationen zufolge warnte die griechische Regierung die Euro-Partner vor einem Zahlungsausfall an diesem Tag. Mit dem Vorgang vertraute Personen aus der Euro-Zone berichteten von entsprechenden Äußerungen des griechischen Vertreters beim jüngsten Treffen der Arbeitsgruppe der Euro-Finanzminister. Demnach sagte dieser, es sei nicht genug Geld vorhanden, um am Donnerstag zugleich eine Tranche an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zu überweisen und Renten- und Pensionsauszahlungen zu leisten.

Das Finanzministerium in Athen dementierte, eine derartige Äußerung gemacht zu haben. Der stellvertretende Ressortchef Dimitris Mardas ergänzte am Freitag, sein Land werde das Geld pünktlich an den IWF zahlen. Es geht um eine Überweisung von rund 450 Millionen Euro. Die Einnahmen des Staates hätten im März über den Zielvorgaben gelegen, sagte Mardas dem Sender Skai TV. Zahlen nannte er allerdings nicht. Aus Athen kamen zuletzt widersprüchliche Hinweise, wann der Regierung das Geld ausgehen wird. Der griechische Innenminister Nikos Voutzis hatte in einem „Spiegel“-Interview bereits gesagt, dass die Mittel nicht für alle Zahlungen am kommenden Donnerstag reichen. Dies wurde von einem Regierungssprecher dementiert.

Den Insidern zufolge wurde bei der Telefonkonferenz von Vertretern von IWF, Europäischer Zentralbank (EZB), EU-Kommission sowie der Finanzministerien der Euro-Staaten am Mittwoch die griechische Reformliste nicht im Detail besprochen. Vielmehr habe mitunter Unklarheit geherrscht, welche Liste überhaupt aktuell sei.

Für die kommende Woche ist bisher kein Treffen der Euro-Finanzminister geplant. Insidern zufolge soll lediglich die Arbeitsgruppe erneut über den Stand der Dinge beraten. Nach Angaben der Ständigen Vertretung Deutschlands bei der EU wird die Gruppe am kommenden Mittwoch (8. April) tagen sowie am darauffolgenden Donnerstagvormittag. Ebenfalls am Mittwoch wird Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras zu Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau erwartet. Davor sei es noch zu früh, über die Möglichkeit von Finanzhilfen für Athen zu sprechen, sagte ein Kremlsprecher.