Einzelhandel

Gesundheit in Gefahr: Aldi will Gift aus der Kleidung verbannen

Giftige Chemie soll aus Schuhen und Kleidung in den Regalen der großen Discounter verschwinden.

Nach Lidl und Penny folgt nun auch Aldi einer Greenpeace-Kampagne und will bis 2020 Textilien und Schuhe umweltfreundlicher produzieren lassen. Es sei ein Kriterienkatalog erarbeitet worden, in welchem anspruchsvolle und ökologische Standards definiert worden seien, teilte Deutschlands größter Lebensmitteldiscounter am Dienstag mit. „Mit billigsten Textilien lockt Aldi Woche für Woche seine Kunden in die Läden“, sagte eine Greenpeace-Sprecherin. „Jetzt hat Aldi erkannt, dass diese Ware ohne giftige Chemie produziert sein muss.“

Bei der Untersuchung von Kinderkleidung und Kinderschuhen von Discountern hatte die Umweltorganisation 2014 gefährliche Chemikalien nachgewiesen. Das Tragen dieser Kleidungsstücke schädigt laut Greenpeace zwar nicht unmittelbar die Gesundheit, doch die Chemikalien gelangten über Produkte und Fabriken in die Umwelt. 80 Prozent der Aldi-Lieferanten würden daher bis Ende März 2016 zudem ihre Abwasserdaten offenlegen.

Neben den Lebensmitteldiscountern haben sich Greenpeace zufolge bereits 24 internationale Modeunternehmen verpflichtet, ihre Kleidung bis 2020 zu entgiften. „Weg vom Viel-und-Billig-Schick – diese Haltung erwarten wir nun auch von den weltweit größten Einzelhändlern Wal-Mart, Carrefour oder Tesco“, sagte die Greenpeace-Sprecherin. Der Kaffee- und Gemischtwarenhändler Tchibo, der laut Greenpeace zu den zehn größten deutschen Modehändlern zählt, hatte ein Rücknahme- und Recycling-Programm angekündigt.