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Mitglieder können keine Aktien der ADAC AG kaufen

Die fast 19 Millionen Mitglieder des ADAC werden an der künftigen ADAC AG mit den abgetrennten kommerziellen Aktivitäten des Automobilclubs keine Aktien erwerben können.

Wie der neue ADAC-Präsident August Markl auf der Mitgliederversammlung des Regionalvereins Südbayern sagte, werde die Neuaufstellung in zeitlicher Hinsicht zudem „kein Sprint, sondern ein Marathon“.

Allein aus rechtlichen Gründen werde erst 2017 eine gemeinnützige ADAC-Stiftung als Schlüsselaktionär der Wirtschafts-AG ihre Funktion aufnehmen können. Ein Gang der ADAC AG an die Börse sei nach derzeitigen Plänen dabei nicht vorgesehen, sagte Markl in München. Der ADAC hatte nach der Krise im Frühjahr 2014 mit der Aufdeckung gefälschter Umfrageergebnisse umfassende Reformen angekündigt. Nach einem Drei-Säulen-Modell soll künftig eine Stiftung 25,1 Prozent an der ADAC AG für die kommerziellen Aktivitäten übernehmen. Der Dachverein ADAC eV sowie die 18 Regionalvereine sollen zusammen die restlichen 74,9 Prozent an den Wirtschaftsaktivitäten mit rund einer Milliarde Euro Umsatz halten.

Im Kern gehe es um die „Entherrschung“ der kommerziellen Aktivitäten, sagte Markl. Bislang verkauft eine Wirtschaftstochter des Vereins etwa Versicherungen und Finanzdienstleistungen. Wie es auf der Mitgliederversammlung des ADAC Südbayern hieß, dürfte der ADAC durch die Abspaltung der kommerziellen Aktivitäten seinen steuergünstigen Vorteil als Idealverein behalten können. Es gebe „konstruktive Gespräche mit dem Registergericht“, das derzeit den Status des ADAC prüft. Eine Entscheidung des Gerichts liege noch nicht vor. Theoretisch könnte das Gericht verlangen, dass auch Dritte an der ADAC AG beteiligt werden, heißt es bei Experten.