Umfrage

Gute Laune in den deutschen Chefetagen

Ifo-Index klettert im März zum fünften Mal in Folge

Trotz der Krisen in Griechenland und der Ukraine nimmt die gute Laune in deutschen Chefetagen zu. Die Stimmung der Firmen hellte sich im März zum fünften Mal in Folge auf und ist nun so gut wie seit Juli 2014 nicht mehr. Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte überraschend deutlich um 1,1 auf 107,9 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner monatlichen Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. „Die deutsche Wirtschaft expandiert weiter“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die Führungskräfte beurteilten sowohl ihre Lage als auch ihre Geschäftsaussichten günstiger.

Europas größte Volkswirtschaft profitiert von einer Art Konjunkturpaket. Denn der gesunkene Ölpreis drückt die Kosten vieler Firmen und sorgt für mehr Kaufkraft bei den Verbrauchern. Zudem schiebt der vergleichsweise niedrige Euro die Exporte an. Viele Ökonomen trauen der Wirtschaft in diesem Jahr bis zu zwei Prozent Wachstum zu, nach 1,6 Prozent 2014. „Ich sehe derzeit nicht, dass es zu einer Überhitzung der deutschen Wirtschaft kommen könnte“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe der Nachrichtenagentur Reuters. Die Firmen steckten die internationalen Krisen besser weg. „Griechenland und Russland belasten kaum noch die Stimmung.“

Impulse durch privaten Konsum

Ende vorigen Jahres war die Wirtschaft überraschend deutlich um 0,7 Prozent gewachsen. Viele Ökonomen gehen davon aus, dass der Aufwärtstrend Anfang 2015 anhält. „Wir erwarten ein konjunkturell starkes erstes Quartal, das dem Schlussquartal 2014 nicht nachsteht“, sagte Andreas Scheuerle von der DekaBank. „Nun beginnt die Aufholjagd.“ Für Impulse dürfte auch der private Konsum sorgen. „Die Leute gehen einkaufen“, sagte Ifo-Fachmann Wohlrabe. „Steigende Beschäftigung, höhere Löhne und niedrige Inflation heben die Kauflaune.“

Aufwind spüren auch die Exporteure, die vom Euro-Kurs profitieren. So blicken die Industriefirmen laut Ifo deutlich optimistischer nach vorn. „Die Produktionspläne stiegen auf den höchsten Stand seit Mai 2014.“ Der Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich etwa startete mit einem kräftigen Auftragsplus ins Jahr. Auch der Roboter- und Anlagenbauer Kuka setzt auf steigende Umsätze. Beim Einzel- und Großhandel hellte sich die Stimmung ebenfalls auf. Einzig am Bau trübte sie sich leicht ein. „Der Bauboom ist noch vorhanden, schwächt sich aber ab“, betonte Ifo-Chef Sinn.