Förderung

Berlin soll London überholen

Investitionsbank zieht Bilanz: 12,6 Millionen Euro im Jahr 2014 in Start-ups investiert

Die Wagniskapitaltochter der Investitionsbank Berlin (IBB) rangiert weiter unter den Top Ten der deutschen Venture-Capital-Unternehmen. Die Beteiligungsgesellschaft der IBB berichtet von 50 Transaktionen mit einem Investitionsvolumen von 12,6 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Diese Zahlen nannte Jürgen Allerkamp, seit Anfang des Jahres 2015 Vorstandsvorsitzender der IBB, bei der jährlichen Bilanz-Pressekonferenz des Unternehmens. Die IBB Bet investiert stets gemeinsam mit weiteren Finanzierungspartnern und übernimmt je nach Bedarf die Rolle als Lead- oder Co-Investor. Auf diese Weise ist den Berliner Unternehmen 2014 insgesamt Beteiligungskapital in Höhe von mehr als 66 Millionen Euro zugeflossen. „Im langjährigen Durchschnitt hat sich gezeigt, dass ein öffentlicher Euro über die IBB Beteiligungsgesellschaft sechs Euro an privater Kapitalbeteiligung ermöglicht“, sagte Allerkamp.

Seit dem Gründungsjahr 1997 konnte die IBB Bet damit im Jahr 2014 die Milliardenschwelle überspringen: Berliner Unternehmen erhielten von der IBB Bet und weiteren Finanzierungspartnern mehr als eine Milliarde Euro. Davon stammten rund 141 Millionen Euro von der IBB Bet, weitere 865 Millionen Euro von den Finanzierungspartnern.

Der Trend hält an

Immer öfter ist die IBB an Folgeinvestments in Start-ups beteiligt, was als Zeichen für die sich konsolidierende Berliner Start-up-Szene gewertet werden kann. Im Jahr 2014 entfielen 42 Transaktionen mit einem Volumen von 8,8 Millionen Euro auf dieses Segment. In acht Erstinvestments sind 3,8 Millionen Euro geflossen. Wie die IBB berichtet, hält dieser Trend seit einigen Jahren an. 2013 war das erste Jahr, in dem die Folgeinvestments deutlich höher als die Erstinvestments waren. Insgesamt war die IBB Bet zum Ende des Jahres 2014 an 76 Unternehmen in Berlin beteiligt, die in 2014 einen Umsatz von 240 Millionen Euro erzielten und rund 2200 Arbeitsplätze aufwiesen. „Die große Dynamik im Portfolio wird angesichts eines durchschnittlichen Umsatzwachstums von gut 14 Prozent und eines Beschäftigungsanstiegs um rund acht Prozent deutlich“, so die IBB.

Allerkamp gab vor dem Hintergrund dieser Zahlen die Devise aus, Berlin solle bei der Höhe des Wagniskapitals London überholen, wie eine Nachricht im Kurznachrichtendienst Twitter zeigt. Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) verwies in diesem Zusammenhang auf die Marktstatistik des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK), wonach mehr als 37 Prozent der deutschen VC-Investments mit einem Volumen von 241 Millionen Euro in Berlin erfolgten. Gut ein Viertel dieser Investitionen entfallen auf die IBB.

Diese Zahl beschränkte sich allerdings auf Angaben aus den 200 BVK-Mitgliedsunternehmen. Laut Bundesverband Deutsche Startups (BVDS) wurden in Berlin mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar (1,4 Milliarden Euro) investiert. Allein Delivery Hero und Rocket Internet hätten vorbörslich rund 1,5 Milliarden US-Dollar eingesammelt, so der BVDS. Legt man diese Statistik zugrunde, hat Berlin London bereits überholt, wo laut New York Times 1,4 Milliarden Dollar investiert wurden.

Die Start-ups Humedics, das einen Atemtest zum Messen der Leberfunktion entwickelt hat, und Blogfoster, das Blogs vermarktet, wurden von der IBB als Musterbeispiele für erfolgreiche Wagnisinvestments präsentiert.