Verbraucher

Gericht stärkt Rechte von Flugreisenden

Werden Reisende auf einen anderen Flug umgebucht, können sie Anspruch auf finanzielle Entschädigung haben.

Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Dienstag entschieden. Dem Urteil zufolge kann ein solcher Anspruch auch dann bestehen, wenn die Umbuchung rechtzeitig vor Reisebeginn stattgefunden hat und der Fluggast darüber informiert wurde. (Az.: X ZR 34/14)

Die Richter entschieden über eine Klage von Urlaubern, die eine Pauschalreise in die Türkei gebucht hatten. Für den Hinflug von Düsseldorf nach Antalya wurden sie auf einen anderen Flug am selben Tag umgebucht. Die Kläger wurden davon zwei Wochen vor Flugbeginn per E-Mail informiert. Sie wollen wegen „Nichtbeförderung“ je 400 Euro finanziellen Ausgleich.

Den konkreten Fall wiesen die Richter jedoch an die Vorinstanz zurück, ohne eine Entscheidung in der Sache. Das Landgericht Düsseldorf muss den Fall demnach noch genauer aufklären.

In einem weiteren Verfahren entschieden die Richter, dass kostenlos mitreisende Kinder bei einer Flugverspätung keine Entschädigungsansprüche haben (Az.: X ZR 35/14). Die Richter wiesen damit die Revision eines Elternpaares zurück, das für seine Tochter eine Entschädigung von 250 Euro verlangt hatte. Die Familie hatte eine Pauschalreise nach Mallorca gebucht. Auf den Rückflug von Palma de Mallorca nach München mussten sie wegen einer Verspätung sechseinhalb Stunden warten. Die Klage war schon in den Vorinstanzen ohne Erfolg geblieben.

Die europäische Fluggastrechteverordnung, die die Entschädigung von Reisenden regelt, gelte für solche Fälle nicht, begründete der BGH sein Urteil in diesem Fall.