Wettbewerb

Uber bietet kostenfreie Taxifahrten an

Berliner können bis Sonntag über die Mobilitäts-App fünf Touren buchen

Der Internetlimousinendienst Uber hat Kreide gefressen – wie der Wolf im Märchen der Gebrüder Grimm. Christian Freese, der neue General Manager des US-Unternehmens in Berlin, schlug beim Mobile Living Talk im Base Camp in Mitte versöhnliche Töne an. Er bot sich den Behörden, für die Uber bislang nur Hohn und Spott übrig hatte, sogar als Dienstleister an. Anonymisierte Mobilitätsdaten von Uber sollen Stadtplanern bessere Informationen über die urbanen Verkehrsströme liefern. „Wir haben aus den Fehlern des letzten Jahres gelernt“, sagte Freese im Gespräch mit der Berliner Morgenpost und kündigte eine neue Ära an. Ein erstes Zeichen ist der Dienst UberTaxi. Mit der App werden offizielle Taxis zu den regulären Konditionen der Branche vermittelt. „Wir haben der Taxi-Innung die Hand gereicht “, sagte Freese.

Die App des vom Internetkonzern Google mit mehr als 250 Millionen US-Dollar finanzierten Unternehmens wurde relauncht: Neuerdings bewegen sich beigefarbene Taxen in Echtzeit über den Smartphone-Bildschirm der Uber-App. Sie zeigt die Wartezeit und den Fahrpreis für das nächste Taxi an und verbindet immer zu dem Fahrzeug, das am schnellsten zur Stelle ist. Die Plattform Uber sei offen für weitere Mobilitätsangebote, sagte Freese. Taxi Berlin, mit 5700 Fahrzeugen die größte Taxizentrale in der Hauptstadt und auch in Europa, reagiert gelassen.

Bis einschließlich Sonntag, 15. März, steht der neue Uber-Dienst Fahrgästen kostenfrei zur Verfügung, wie es auf dem Blog des Unternehmens heißt. Fünf Fahrten bis zu 20 Euro seien frei. UberTaxi sei seit Oktober 2014 in Berlin aktiv, sagt der Uber-Chef. Bemerkt hat das anscheinend niemand. Wie viele Taxen auf der Plattform zur Verfügung stehen, wollte Freese nicht sagen. „Wir haben sehr zufriedene Fahrgäste und vor allem sind die Fahrer mit der App sehr zufrieden.“ Sie hätten kürzere Anfahrtszeiten und könnten deshalb höhere Einnahmen erzielen.

Das alte Geschäftsmodell des Dienstes UberPop wurde in Berlin eingestellt, sagte Freese. Auf der Plattform UberPop konnten private Fahrer Transportdienstleistungen in ihrem eigenen Pkw anbieten. Die Preise lagen deutlich unter denen des Taxigewerbes. Offiziell war der Dienst als eine Art Mitfahrgelegenheit deklariert, in Wirklichkeit konnte man aber Fahrten wie im Mietwagen buchen. Die zuständige Senatsverwaltung hatte den Dienst nicht zuletzt auf Druck des etablierten Taxigewerbes untersagt. Das Verwaltungsgericht hatte sich im September 2014 der Rechtsauffassung des Senats angeschlossen, wonach UberPop gegen Vorschriften des Personenbeförderungsgesetzes verstoße.

Uber hat sich unterdessen bei der EU-Kommission über die Bundesregierung beschwert. Das Unternehmen fühlt sich unfair behandelt, wie Uber-Vertreter in Brüssel erklärten. Uber will erreichen, dass die EU-Kommission ein Verfahren wegen Verletzung europäischen Rechts gegen Deutschland eröffnet.