Umstrukturierung

Der ADAC kommt mit den Reformen nicht weiter

Es klang nach einem schnellen Umbau.

Als der 66-jährige August Markl im Dezember zum neuen ADAC-Präsidenten gewählt wurde, war viel vom „entschlossenen Vorantreiben der Reformen“ die Rede. Die eigens einberufene außerordentliche Hauptversammlung des Dachvereins mit Delegierten der 18 Regionalclubs sollte den Umbauwillen nach der vor einem Jahr aufgedeckten Skandalserie belegen. Inzwischen zeigt sich, dass es mindestens bis zum nächsten Jahr dauert, um die neuen Strukturen im größten deutschen Vereinsgeflecht mit angeschlossenem Wirtschaftskonzern auch tatsächlich umzusetzen.

Nach Recherchen der Berliner Morgenpost wird bei den Mitte März anlaufenden Mitgliederversammlungen der 18 Regionalvereine erst ein Club einen eigenen Paragrafen für korrektes Verhalten in die Satzung aufnehmen.

Deutlich werden die Verzögerungen und die Wartestellung beim Umbau auch beim Heimatregionalverein des neuen ADAC-Präsidenten Markl, dem ADAC Südbayern. Zwar steht auf der Tagesordnung zur Mitgliederversammlung in München das Thema „Satzungsänderung“. Doch sie kann noch nicht beschlossen werden. Wörtlich heißt es: „Dieser Tagesordnungspunkt entfällt, da die möglicherweise notwendigen Änderungen im Rahmen der ’ADAC Reform für Vertrauen‘ noch nicht umfänglich bekannt sind.“ Zunächst müsse der Dachverein Änderungen auf seiner Hauptversammlung in Bochum im Mai beschließen. Weitere Änderungen könnten 2016 folgen.

Seit Monaten deutet sich an, wie schwierig Änderungen in den komplexen Vereinsstrukturen nach der Skandalserie 2014 werden. So ist der ADAC erneut auf Managersuche. Jüngst schied der neue Finanzgeschäftsführer des Dachvereins und der Wirtschaftstochter, Thomas Kagermeier, nach nur neun Monaten wieder aus.